Vaginal-, Anal- und Oralsex

Ungeschützter Vaginal- oder Analsex birgt das grosse Risiko, sich mit HIV oder einer STI (Geschlechtskrankheit) anzustecken. Selbst ein kurzes Eindringen oder Vaginal-/Analsex ohne Samenerguss sind riskant.

Vaginalsex

Ist eine Übertragung auch möglich, wenn der Mann nur ganz kurz in die Vagina eindringt?

Ja. Ohne Präservativ kann auch das kurze Eindringen des Penis in die Vagina zu einer Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten (STI) oder HIV führen.

Ist Vaginalsex auch gefährlich, wenn es zu keinem Orgasmus gekommen ist?

Ja. Ungeschützter Vaginalsex ist auch ohne Samenerguss ein Risiko.

Kann ich mich auch in einer festen Partnerschaft anstecken?

Ja. Ob verheiratet oder nicht, in einer festen Beziehung kann es zu Seitensprüngen kommen. Wer also einen One-Night-Stand oder eine Affäre hat, verwendet immer ein Präservativ – und schützt damit sich und seinen Partner oder seine Partnerin.

Schützt mich ein Rückzieher während des Sex – Coitus interruptus – vor einer Geschlechtskrankheit?

Nein. Der Coitus interruptus bietet keinen ausreichenden Schutz – weder vor HIV noch vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) noch vor ungewollten Schwangerschaften.

Ich war nur ganz kurz mit meinen Fingern in der Vagina. Muss ich Angst haben?

Nein. Dabei besteht kein Risiko, sich mit dem HI-Virus anzustecken. Werden die Finger aber nach Kontakt mit der Vagina zum Mund geführt, können allerdings Geschlechtskrankheiten (STI) übertragen werden.

Kann ich dasselbe Präservativ für Vaginalsex und Analsex verwenden?

Nein. Verwenden Sie immer und für jede Körperöffnung (Anus, Vagina) ein neues Präservativ. Nur so sind Sie vor HIV, Geschlechtskrankheiten oder Hepatitis C bestmöglich geschützt.

Kann ich mich auch anstecken, wenn ich Sextoys vaginal einführe?

Nein. Halten Sie sich aber an die Hygieneregeln: Reinigen Sie ein Toy vor jeder Weitergabe und Verwendung gründlich mit Wasser und Seife oder Alkohol.

Analsex

Ungeschützter Analsex birgt das grösste Risiko, sich mit HIV anzustecken – auch ohne Samenerguss. Halten Sie deshalb immer die Safer-Sex-Regel ein: Analsex nur mit Kondom. Lassen Sie sich nach einer Präservativpanne oder einem «Unfall» sofort beraten.

Wieso birgt ungeschützter Analsex auch ohne Samenerguss ein so hohes Risiko für eine HIV-Übertragung?

Die Analschleimhaut ist dünn und wird beim Analsex praktisch immer verletzt. Es besteht ausserdem das Risiko, sich mit Hepatitis B, Herpes, Syphilis und weiteren Infektionen anzustecken.

Wir würden gern Analsex machen. Wie schützen wir uns am besten?

Präservative schützen bei Analsex vor einer HIV-Infektion und senken das Risiko der Übertragung von Geschlechtskrankheiten (STI). Zu jedem neuen Partner bzw. jeder neuen Partnerin und jedem neuen Kontakt gehört auch ein neues Kondom. Verwenden Sie Präservative immer mit zusätzlichem, fettfreiem Gleitmittel.

Braucht es für Analsex spezielle Präservative?

Nein. Die Aids-Hilfe Schweiz rät bei Analsex jedoch von extradünnen, genoppten oder gerippten Kondomen ab. Ausserdem ist zusätzlich ein fettfreies Gleitmittel zu benutzen. Verwenden Sie nie zwei Präservative übereinander, das bietet keinen doppelten Schutz! Im Gegenteil: Durch die Reibung können beide Kondome reissen.

Kann ich mich beim Anilingus (Arschlecken, Rimming) anstecken?

Nicht mit dem HI-Virus. Beim Lecken des Anus oder der Analregion können jedoch STI (Geschlechtskrankheiten) auf die Leckenden übertragen werden.

Sind Fingerspiele im Anus gefährlich?

Nein, dabei besteht kein Risiko, sich mit dem HI-Virus zu infizieren. Wenn aber die Finger nach dem Kontakt mit dem Anus zum oder in den Mund geführt werden, können allerdings sexuell übertragbare Krankheiten (STI) wie Herpes, Hepatitis A oder Tripper übertragen werden.

Ich hatte Analverkehr mit einem Stricher. Muss ich mich testen lassen?

Stricher haben mit sehr vielen Männern Sex, entsprechend hoch ist das Risiko, sich mit einer sexuell übertragbaren Infektion (STI) anzustecken. Falls Sie ungeschützten Analverkehr hatten oder der Gummi geplatzt ist, lassen Sie sich sofort beraten. Eine Notfallbehandlung (die PEP) kann eine HIV-Infektion verhindern, aber nur bis maximal 48 Stunden nach der Risikosituation. Die Gesundheit der Stricher wird nicht staatlich kontrolliert. Wenn Ihnen ein Stricher ungeschützten Sex anbietet oder diesen zulässt, tut er dies auch bei anderen Männern. Deshalb: Benützen Sie bei jedem Sexkontakt Präservative.

Oralsex

Beim Oralverkehr (Lutschen oder Lecken des Penis, der Scheide oder des Afters) besteht praktisch kein HIV-Risiko, denn die Mundschleimhaut ist sehr stabil. Selbst wenn Sperma oder Menstruationsblut in den Mund gelangt, ist das Übertragungsrisiko sehr gering. Weltweit sind nur wenige Fälle beschrieben worden, in denen es dadurch zu einer HIV-Infektion kam.

Was muss bei Oralsex in Bezug auf STI beachtet werden?

STI (Geschlechtskrankheiten) werden leichter übertragen als das HI-Virus. Bei Oralsex können Sie sich mit einem Präservativ oder einem Lecktuch (Dental Dam) vor Chlamydien, Tripper, Syphilis usw. schützen. Benutzen Sie bei Oralsex mit einer Prostituierten oder einem Stricher immer ein Präservativ und/oder ein Dental Dam. Dental Dams sind hauchdünne Latextüchlein, die für den Oralsex verwendet werden können.

Individualisierte Empfehlungen zu Ihrer Sexualität gibt Ihnen der Safer-Sex-Check unter: lovelife.ch