Syphilis

Syphilis wird durch das Bakterium Treponema pallidum ausgelöst und kann chronisch verlaufen. Eine unbehandelte Syphilis führt zu schweren gesundheitlichen Schäden.

Wie wird Syphilis übertragen?

Syphilis kann durch Oral-, Vaginal- und Analsex mit einer infizierten Person übertragen werden, die sich in einer ansteckenden Phase befindet. Während einer Schwangerschaft ist eine Übertragung von der Mutter auf das Kind möglich. Ohne Behandlung sind die Folgen für das Kind schwerwiegend.

Was sind die Symptome und Auswirkungen?

Syphilis tritt unbehandelt in verschiedenen Stadien auf.

Erste Symptome können im Zeitraum von einer Woche bis zu drei Monaten nach der Ansteckung auftreten, zum Beispiel Knoten, Geschwüre oder Verletzungen der Schleimhaut an der Eintrittspforte des Bakteriums. Befinden sich die Geschwüre an Anus, Scheide oder im Rachen, bleiben sie oft unbemerkt, denn sie tun nicht weh. Die Krankheitszeichen verschwinden auch ohne Behandlung nach vier bis sechs Wochen wieder. Die Krankheit und ihre Übertragbarkeit bleiben aber bestehen.

Das zweite Stadium folgt mehrere Wochen später. Typisch sind Hautausschläge, die nicht jucken. Häufig sind die Handflächen und Fusssohlen betroffen. Auch Schwellungen der Lymphknoten, Haarausfall und andere Symptome können auftreten. Diese Symptome verschwinden ebenfalls auch ohne Behandlung von allein wieder.

Es folgt eine monate-­ bis jahrelange Phase, in der die Krankheit fortschreitet, ohne dass Symptome auftreten. Im ersten Jahr dieser Phase können Personen noch sporadisch auftretende Schäden von Haut und Schleimhaut aufweisen und sind dadurch potenziell ansteckend.

Langfristig kann eine Syphilis zu schweren Schädigungen von Herz, Gehirn, Knochen, Haut und anderen Organen führen.

In allen Phasen kann es zu Schädigungen des Nervensystems kommen. Man spricht dann von einer «Neurosyphilis».

Wie wird auf Syphilis getestet?

Für den Nachweis von Syphilis-Bakterien wird in der Regel ein Bluttest durchgeführt. Es sind auch Schnelltests verfügbar; diese werden aber vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) nicht empfohlen. In der Frühphase kann der Erreger auch mittels Abstrich aus der Verletzung der Schleimhaut nachgewiesen werden.

Wie wird Syphilis behandelt?

Syphilis wird mit Antibiotika behandelt. Wenn die Infektion rechtzeitig erkannt wird, ist sie heilbar.

Müssen sich Sexpartner und -partnerinnen auch behandeln lassen?

Gemeinsam mit der Ärztin, dem Arzt muss überlegt werden, von wem die Infektion stammt und an wen sie bereits weitergegeben worden sein könnte. Diese Sexpartner und -partnerinnen sollen über die Diagnose informiert werden und allenfalls auch behandelt werden (Partnerbehandlung).

Aktuelle Sexpartner und -partnerinnen sollen gleichzeitig behandelt werden, um «Pingpong-Infektionen» zu vermeiden, bei denen sich die Partnerinnen und Partner immer wieder gegenseitig neu anstecken. Ein weiterer Nutzen dabei ist: Bei gleichzeitiger Behandlung kann auf das Kondom verzichtet werden.

Achtung: Die Inkubationszeit kann bis zu drei Monate dauern. Das heisst, ein Test zeigt möglicherweise eine Infektion erst nach drei Monaten an. Schon deshalb ist die schnelle Behandlung der Sexpartner*innen so wichtig, unabhängig von deren Testergebnis.

Ohne Behandlung können zu einem späteren Zeitpunkt schwerwiegende Gesundheitsprobleme auftreten.

Wie kann eine (erneute) Infektion verhindert werden?

Kondome verringern das Risiko, sich mit Syphilis zu infizieren. Eine Ansteckung kann aber trotz Kondom erfolgen. Wichtig ist, eine Infektion früh zu erkennen und zu behandeln.

Deshalb gilt: Wer im selben Zeitraum wechselnde oder mehrere Sexpartner oder Sexpartnerinnen hat, sollte mit seinem Arzt, seiner Ärztin oder einer anderen Fachperson über Syphilis und andere sexuell übertragbare Infektionen sprechen und sich von ihnen beraten lassen, ob Tests nötig sind.

Für den Fall einer Syphilis-Infektion gibt es auf der Website lovelife.ch Tipps, wie man den Partner oder die Partnerin informieren kann.

Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG), lovelife.ch