Vorsorge erspart Sorgen

Damit man das Alter in relativer finanzieller Unabhängigkeit geniessen kann, sollte man bereits in jungen Jahren Vorkehrungen treffen. Welche das sind, erklärt im Interview Jonas Schneider, VermögensZentrum.

Jonas Schneider vom VZ VermögensZentrum

August 2017|Nathan Schocher

Worum sollte man sich in Sachen Altersvorsorge kümmern?
Man sollte keine Gelegenheit verpassen, in die eigene Vorsorge zu investieren. Wer seine Zukunft zum Beispiel mit der Säule 3a plant, senkt seine Steuern oft substanziell – und sorgt für die Extras im Alter vor. Angestellte können dieses Jahr bis zu 6768 Franken einzahlen. Wer selbstständig und keiner Pensionskasse angeschlossen ist, kann bis zu 33 840 Franken einzahlen. Gut ist die Säule 3a auch, weil das gesparte Geld ausbezahlt wird, wenn man invalid wird oder stirbt. Deshalb sollten Ledige den begünstigten Lebenspartner unbedingt der Pensionskasse und der 3a-Vorsorgestiftung melden.

Kann man als Mensch mit HIV eine Lebensversicherung abschliessen?
Wegen der Vorbehalte, Ausschlüsse und Prämienaufschläge sind die Hürden sehr hoch, es ist aber nicht gänzlich unmöglich. In der Regel ist eine umfangreiche Gesundheitsprüfung nötig, die Therapieerfolge werden sehr genau verfolgt.

Lohnt sich aus Vorsorgesicht das Eingehen einer eingetragenen Partnerschaft?
Auf jeden Fall. Mit der Eintragung der Partnerschaft sichern sich Partner viel besser ab. Sie haben zum Beispiel
Besuchs- und Auskunftsrechte im Spital und gegenüber Behörden. Stirbt ein Partner, erbt der überlebende Partner mindestens die Hälfte des Vermögens. Erbschaftssteuern fallen dabei keine an. Und nicht zuletzt können sich eingetragene Partner in der zweiten und dritten Säule gegenseitig begünstigen. Wichtig ist auch, dass beide ein Testament und einen Vorsorgeauftrag erstellen.

(VZ) VermögensZentrum
Das VermögensZentrum berät Privatkunden zu den Themen Pensionierung, Nachlass, Anlagen und Hypotheken. Da sich für Schwule und Lesben andere finanzielle Fragen stellen, bieten die Fachspezialisten des LGBT-Desks in Zürich spezialisierte Beratungen, abseits der Heteronormativität, an. Das erste Gespräch ist kostenlos und unverbindlich.