Welt-Aids-Tag 2016

Der 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag!  Menschen auf der ganzen Welt sind dazu aufgefordert, aktiv zu werden im Kampf gegen Aids und ihre Solidarität gegenüber Menschen mit HIV zu zeigen.

Welt-Aids-Tag 2016 Illustration: Daniel Müller

Rund 36,7 Millionen Menschen leben weltweit mit dem HI-Virus. Aller Aufklärung zum Trotz müssen sie noch immer gegen Vorurteile und Diskriminierung kämpfen. Davon können auch die rund 20'000 HIV-positiven Menschen in der Schweiz ein disharmonisches Lied singen. Mobbing und Entlassungen am Arbeitsplatz, Outing in Social Media und im Privatbereich, Verweigerung der Behandlungskosten von Krankenkassen, Barrieren auf dem Weg in die Selbstständigkeit, unzulässige Erwähnung von HIV gegenüber Drittpersonen sind nur einige der Formen täglicher Diskriminierung, mit der sich HIV-positive Menschen konfrontiert sehen.

«Menschen mit HIV nehmen täglich Medikamente, um ihre Krankheit in Schach zu halten. Dafür verdienen sie unsere Solidarität, aber auch unseren Respekt. Denn damit leisten sie einen wichtigen Beitrag dazu,dass sich HIV nicht weiterverbreitet.» 
Nathan Schocher, Programmleiter Menschen mit HIV, Aids-Hilfe Schweiz

Partnerinnen und Partner, Familienmitglieder und Bekannte ziehen sich oft von Betroffenen  zurück, wenn sie von deren HIV-Infektion erfahren. Dabei ist seit 2008, als das Swiss Statement  erstmals den Weg an die Öffentlichkeit fand, klar, dass HIV-positive Menschen unter erfolgreicher Therapie sexuell nicht infektiös sind. Das heisst, sie sind «#undetectable», nicht nachweisbar. Dank wirksamer Therapie ist die Viruslast nicht mehr nachweisbar und somit kommt es auch nicht mehr zu einer HIV-Übertragung.

«90-90-90»

2014 setzte sich UNAIDS das «90-90-90»-Programm zum Ziel. Diesem zufolge kennen im Jahr 2020 90 Prozent der HIV-Infizierten ihren Status, werden 90 Prozent der Diagnostizierten mit einer antiretroviralen Therapie (ART) behandelt und haben 90 Prozent der Behandelten eine Viruslast, die «#undetectable», nicht mehr nachweisbar, ist. Die Schweiz und mit ihr die Aids-Hilfe Schweiz arbeiten mit Hochdruck daran, diese Ziele zu erreichen. Zwei der drei Ziele sind erreicht. Über 90 Prozent aller Diagnostizierten erhalten eine ART, über 90 Prozent der Behandelten sind unter der Nachweisgrenze #undetectable. Bei den HIV-Infizierten, die ihren Status kennen, liegt die Zahl bei 81 Prozent. Hier braucht es noch vermehrte Testanstrengungen für Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, Männer, die Sex mit Männern haben, Sexarbeiter_innen und Migrant_innen aus Gebieten mit erhöhter Prävalenz.

2015/16 hat die Aids-Hilfe Schweiz die Kampagne «#undetectable» für schwule Männer lanciert – weil schwule Männer deutlich mehr als die Allgemeinbevölkerung von HIV betroffen sind und die Kampagnenstruktur im Bereich schwule Männer ausgezeichnet ist. Wenn sich, was sich bereits abzeichnet, die Kampagne bewährt, wird sie später auch fürandere Zielgruppen adaptiert werden. 

Und die «90-90-90»-Ziele rücken in die nahe Zukunft.

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