Datenschutz/Patientenrechte

Die Information über die HIV-Infektion gehört zu den besonders schützenswerten Personendaten. Eine Informationspflicht gibt es nicht, auch nicht gegenüber medizinischen Fachpersonen. In bestimmten Situationen kann eine Aufklärung jedoch sinnvoll sein.

Muss ich beim Zahnarzt die Frage auf einem Gesundheitsfragebogen, ob ich HIV-positiv bin, wahrheitsgetreu ausfüllen?

Nein, denn sofern der Zahnarzt die üblichen Hygienevorschriften einhält, besteht für ihn keine Ansteckungsgefahr und somit kein Anspruch auf Auskunft.

Achtung: Falls eine Behandlung eine Narkose oder Medikamenteneinnahme verlangt, ist es in Ihrem Interesse, den Zahnarzt umfassend über Ihren Gesundheitszustand sowie allfällige Medikamenteneinnahmen zu informieren.

Muss ich anlässlich einer Operation den Ärzten mitteilen, dass ich HIV-positiv bin?

Eine Pflicht, den HIV-Status den Ärzten bekannt zu geben, besteht  nicht. Denn sofern diese die Hygienevorschriften einhält, besteht kaum ein Übertragungsrisiko. Vor einer Operation wird vom Narkoseteam regelmässig eine Abklärung des Gesundheitszustandes gemacht. Dabei wird nebst anderem auch nach allfälligen Medikamenten gefragt. Diese Abklärung des aktuellen Gesundheitszustandes dient dazu, das Narkoserisiko auf ein Minimum zu beschränken. In diesem Zusammenhang ist zu empfehlen, wahrheitsgetreu Auskunft zu geben, da das Verschweigen oder eine verfälschte Darstellung des eigenen Gesundheitszustandes eine Selbstgefährdung darstellt. 

Muss ich einem Vertrauensarzt mitteilen, dass ich HIV-positiv bin? Und ist die Vertrauensärztin auch an das Arztgeheimnis gebunden?

Der Arbeitgeber darf den Gesundheitszustand des zukünftigen Arbeitnehmers von einem Vertrauensarzt abklären lassen. Der Vertrauensarzt/die Vertrauensärztin ist an das Arztgeheimniss gebunden.Er darf keinen HIV-Test durchführen und darf die Diagnose niemandem mitteilen.Er darf den Arbeitgeber lediglich darüber informieren, dass die vorgesehene Arbeit im vereinbarten Umfang verrichtet werden kann.

Vertrauensärzte prüfen auch die Gesundheitsfragebogen der Krankentaggeldversicherungen oder der Pensionskassen. Allenfalls verlangen die Vertrauensärzte von Ihnen eine Vollmacht, damit sie bei ihren Ärzten die nötigen Daten für die Aufnahme in die Vorsorgeeinrichtung anfordern kann.