Invalidenversicherung (IV)

Wem eine krankheitsbedingte Erwerbsunfähigkeit droht oder wer ganz oder teilweise erwerbsunfähig wird, hat Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (IV). Diese sind vielfältig und reichen von Jobcoaching bis Rente.

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Infolge gesundheitlicher Gründe bin ich seit einiger Zeit arbeitsunfähig. Sollte ich mich bei der Invalidenversicherung melden?

Wer infolge gesundheitlicher Gründe länger als 30 Tage arbeitsunfähig ist, kann sich zur Abklärung einer Früherfassung bei der Invalidenversicherung melden. Diese Meldung kann jedoch auch durch Dritte, etwa den Arzt, die Arbeitgeberin oder den Taggeldversicherer erfolgen – auch gegen den Willen der Arbeitnehmenden.

Was heisst Früherfassung?

Die Invalidenversicherung klärt ab, ob mit Eingliederungsmassnahmen die Erwerbsfähigkeit wieder hergestellt, erhalten oder verbessert werden kann. Diese Massnahmen können medizinischer (z.B. Physiotherapie) oder beruflicher Natur (z.B. Arbeitsvermittlung, Berufsberatung) sein oder Hilfsmittel betreffen (z.B. bauliche Veränderungen am Arbeitsplatz).

Wann habe ich Anspruch auf eine IV-Rente?

Anspruch auf eine IV-Rente haben Versicherte, die wegen eines Gesundheitsschadens in ihrer Erwerbstätigkeit oder in ihrem bisherigen Aufgabenbereich (bspw. Haushalt) eingeschränkt sind Dabei muss die Arbeitsfähigkeit während 360 Tagen um mindestens 40% reduziert sein und dies ohne wesentlichen Unterbruch. Nach diesem Wartejahr und wenn keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich sind, besteht ein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Die IV-Rente wird frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs ausgerichtet. Weitere Informationen finden sich unter www.ahv-iv.info

Was, wenn ich mit der Leistung der IV-Rente meinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kann?

Erhält man eine IV-Rente und deckt diese zusammen mit einem allfälligen anderen Einkommen die minimalen Lebenskosten nicht, hat man einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Ein Antrag für Ergänzungsleistungen ist in der Regel bei der AHV-Gemeindezweigstelle einzureichen. Was als minimale Lebenskosten anerkannt wird, wie viel des Einkommens und/oder des Vermögens als Einnahmen anzurechnen sind, ist in Merkblättern der Informationsstelle AHV/IV dargestellt. Diese können unter der Nummer 5.01 resp. 5.02 bei den AHV-Ausgleichskassen und deren Zweigstellen bezogen resp. unter www.ahv-iv.info heruntergeladen werden.

Kann ich eine Teilzeitstelle annehmen, ohne meine IV-Rente zu gefährden?

Grundsätzlich ja. Wichtig dabei ist, dass wer eine ganze IV-Rente beansprucht, darauf achtet, dass das Erwerbseinkommen 30% des sogenannten Valideneinkommens nicht übersteigt. Das ist das Einkommen, das ohne Invalidität erzielt werden könnte. Dies immer unter der Voraussetzung, dass ein Arztzeugnis bestätigt, dass Sie nicht mehr arbeiten können. Achtung: Falls man vom Arzt 100% arbeitsunfähig geschrieben ist, kann keine offizielle Teilzeitarbeit angenommen werden.

Merkt die IV überhaupt, dass ich wieder (mehr) arbeite?

Ja, denn die IV-Stellen haben Kenntnis von den Beiträgen, die jede versicherte Person von ihrem Erwerbseinkommen an die AHV/IV bezahlt. Aufgrund dieser Information kann die IV ohne Weiteres die Lohnhöhe errechnen.

Was muss ich der IV mitteilen?

Jede Veränderung der Gesundheits- oder Erwerbssituation, welche den Rentenanspruch beeinflussen könnte, ist der IV-Stelle unverzüglich zu melden. Wer seine gesetzliche Meldepflicht verletzt, riskiert, dass er bezogene Leistungen zurückzahlen muss.