Tripper, Syphilis & Co.:
Die häufigsten Geschlechtskrankheiten

Sex gehört zum Leben. Sex birgt aber auch das Risiko, sich mit einer Geschlechtskrankheit anzustecken. Neben dem HI-Virus, welches Aids verursacht, gibt es eine ganze Reihe weiterer Geschlechtskrankheiten. Die meisten sind gut behandelbar, aber nicht alle sind harmlos. Präservative, Femidom® und Dental Dams reduzieren das Risiko einer Ansteckung.

Welches sind die häufigsten Geschlechtskrankheiten?

Chlamydien


→ heilbar, oft Spontanheilung


Gonorrhö (Tripper)

→ 
heilbar


Syphilis (Lues)


→   heilbar, sofern frühzeitig erkannt


Hepatitis B


→   
impfbar, nicht heilbar, behandelbar


Herpes genitalis


→   
nicht heilbar, behandelbar


Humanes Papilloma-Virus (HPV, Feigwarzen, Gebärmutterhalskrebs)

→ 
nicht heilbar, behandelbar

Impfung empfohlen durch Bundesamt für Gesundheit für 11- bis 14-jährige Mädchen. Schützt gegen krebsverursachende HPV-Viren des Typs 16 und 18.

Lymphogranuloma venereum (LGV)

→   heilbar, 
betrifft vor allem Männer, die Sex mit Männern haben

Wie kann ich mich vor Geschlechtskrankheiten schützen?

Das Präservativ oder das Dental Dam (hauchdünnes Latextuch für den Oralsex) schützen sicher vor HIV und bieten einen guten Schutz gegen andere Geschlechtskrankheiten. Da diese aber auch über Haut-zu-Haut-Kontakte übertragen werden können, kann es trotz Präservativ zu Infektionen mit anderen Geschlechtskrankheiten kommen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie auf Symptome achten und sofort zum Arzt gehen, wenn Sie Anzeichen einer Geschlechtskrankheit bemerken. Bei häufig wechselnden Sexualpartnerinnen und Sexualpartnern lassen Sie sich jährlich auf Geschlechtskrankheiten testen.

Was sind die Anzeichen einer Geschlechtskrankheit?

  • Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen
  • Ausfluss aus Glied und After, ungewöhnlicher Ausfluss aus der Scheide 
  • Juckreiz, Schmerzen, Hautveränderungen am Scheideneingang, am After 
  • Rötungen, Pickel, Knötchen, Blasen, Warzen, Geschwüre im Genitalbereich
  • Unregelmässige, ausbleibende Menstruation, Zwischenblutungen
  • Geschwollene Lymphknoten in der Leistengegend
  • Schmerzen im Genitalbereich oder im Unterbauch
  • Veränderungen wie offene Stellen in Mund oder Rachen

Was mache ich, wenn ich glaube, eine Geschlechtskrankheit zu haben?

Wenn Sie eines oder mehrere Anzeichen feststellen, gehen Sie sofort zur Ärztin, zum Arzt.

Muss ich wegen jedem Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit zum Arzt?

Ja. Wenn Geschlechtskrankheiten nicht diagnostiziert und behandelt werden, können sie unter Umständen zu schwerwiegenden Gesundheitsschäden führen. Wird eine Geschlechtskrankheit bei Ihnen festgestellt, sollten Sie Ihre Partnerin oder Ihren Partner informieren und sich während der Behandlung mit Präservativen beim Sex schützen – sonst besteht die Gefahr, dass Sie sich immer wieder gegenseitig infizieren.

Wie hoch ist das Risiko, sich mit einer Geschlechtskrankheit anzustecken?

Das hängt von der sexuellen Risikosituation, der Krankheit und vom jeweiligen Gesundheitszustand der betroffenen Person ab. Einige der Krankheiten, wie zum Beispiel Humanes Papilloma-Virus HPV, Herpes oder Clamydien, können leicht übertragen werden.

Ich glaube, ich habe eine Geschlechtskrankheit. Ich schäme mich. Was soll ich tun?

Die meisten sexuell aktiven Menschen haben in ihrem Leben einmal eine Geschlechtskrankheit. Ihre Ärztin, Ihr Arzt hat damit Erfahrung. Wenn Sie aus Scham nicht zum Arzt gehen, gefährden Sie nicht nur Ihre eigene Gesundheit, sondern auch die Ihrer Partnerin oder Ihres Partners. Es ist darum wichtig, dass Sie mit Ihrer Partnerin, Ihrem Partner sprechen, damit auch sie bzw. er behandelt werden kann.

Ich habe mich mit einer Geschlechtskrankheit angesteckt. Wie soll ich es meiner Partnerin, meinem Partner sagen?

In jeder Partnerschaft ist es wichtig, Verantwortung zu übernehmen. Wer ungeschützten Gelegenheitssex hatte und sich eventuell mit einer Geschlechtskrankheit infiziert hat, sollte mit der Partnerin, dem Partner darüber sprechen, je früher desto besser. Auch wenn ein Gespräch unangenehm ist und zu einer Beziehungskrise führen kann. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich bei Ihrer regionalen Aids-Hilfe beraten.

Ich hatte Sex mit einer Prostituierten, einem Stricher. Muss ich mich testen lassen?

Prostituierte und Stricher haben mit vielen Männern Sex. Entsprechend hoch ist das Risiko, sich beim ungeschützten Sexualverkehr mit einer Geschlechtskrankheit zu infizieren. Präservative schützen sicher vor HIV und gut vor Geschlechtskrankheiten. Trotzdem kann es über den Haut-zu-Haut-Kontakt und bei Geschlechtskrankheiten auch mit Schutz zur Übertragung kommen. Achten Sie deshalb in der folgenden Zeit auf Symptome und gehen Sie zum Arzt, sobald Sie Anzeichen einer Geschlechtskrankheit an sich feststellen oder sich testen lassen wollen. Geschlechtskrankheiten sind gut behandelbar.

Ich höre immer wieder von einem Zusammenhang zwischen HIV und anderen Geschlechtskrankheiten. Was ist damit gemeint?

Geschlechtskrankheiten erhöhen das Übertragungsrisiko von HIV. Das ist so, weil von Geschlechtskrankheiten verursachte Geschwüre und Wunden im Genitalbereich beim Sex den Eintritt des HI-Virus in den Körper begünstigen. Weiter verlaufen verschiedene Geschlechtskrankheiten bei HIV-positiven Menschen problematischer und sind oft auch schwieriger behandelbar.