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Testverfahren

Der HIV - Test

Nach einer Ansteckung mit dem HI-Virus vermehren sich im menschlichen Körper einerseits HI-Viren, anderseits HIV-Antikörper, die der Körper zur Abwehr gegen das Virus aufbaut. In der Schweiz verwendete HIV-Suchtests suchen kombiniert nach Bestandteilenvon HI-Viren (p24-Antigen) und HIV-Antikörpern im Blut. Werden weder Virenbestandteile noch Antikörper gefunden, lautet das Testergebnis «negativ». Es hat keine Ansteckung mit dem HI-Virus stattgefunden. Werden entweder Virenbestandteile oder Antikörper nachgewiesen, ist das Testergebnis «positiv». Es hat eine Infektion mit dem HI-Virus stattgefunden. HIV-Suchtests können also eine HIV-Infektion ausschliessen («negativ») bzw. nachweisen («positiv»).

HIV-Suchtests können eine HIV-Infektion erst drei Monate nach einer Risikosituation zuverlässig ausschliessen. Dies hängt damit zusammen, dass ganz am Anfang einer Ansteckung sowohl HI-Viren als auch Antikörper gegen das HI-Virus in unterschiedlicher und manchmal für den Test zu tiefer Konzentration
im Blut vorhanden sind. Wer vor Ablauf der Drei- Monate-Wartefrist ein negatives Testresultat erhält, weiss also nicht mit Sicherheit, ob das Resultat tatsächlich negativ ist (keine Infektion stattgefunden hat), oder ob der Test eine allfällige Infektion noch nicht entdeckt hat. Nach drei Monaten ist ein negatives Testresultat ausreichend sicher.

Kombinierte HIV-Suchtests sind hochsensibel und reagieren sehr genau. Das heisst, eine erfolgte Infektion kann möglicherweise bereits nach einigen Wochen nachgewiesen werden. Reagiert der HIVSuchtest, so spricht man von einem «reaktiven» Ergebnis. Dieses Ergebnis muss auf jeden Fall durch einen Bestätigungstest mit einer neuen Blutprobe überprüft werden. Der Bestätigungstest arbeitet nach einem anderen Nachweisverfahren. Zusätzlich wird heute in einem dritten Test die Virenmenge überprüft. Dieses mehrstufige Verfahren stellt sicher, dass keine falsche positive Diagnose gemacht wird. Erst wenn der Bestätigungstest ebenfalls «positiv» ausfällt, darf das Ergebnis «positiver Befund» mitgeteilt werden. Mit den heute üblichen HIV-Tests können Antikörper gegen alle Virustypen (HIV-1 und HIV-2 sowie ihre Untertypen) nachgewiesen werden.

Das Testresultat liegt in der Regel in einer Stunde oder höchstens nach drei Tagen vor. Der HIVSuchtest wird normalerweise anhand einer Blutprobe in einem Labor ausgewertet. Gleichzeitig wird heute beim Arzt oder im Spital immer häufiger auch ein Schnelltest angeboten, der das Testresultat zuverlässig in weniger als einer Stunde liefert. Aber auch für Schnelltests gilt: Erst drei Monaten nach einer Risikosituation kann eine HIV-Infektion sicher ausgeschlossen werden.

Achtung: Selbst gekaufte HIV-Tests für zu Hause liefern keine sicheren Resultate, weshalb dringend vor deren Anwendung abgeraten wird!

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für den HIV-Test, wenn medizinisch angezeigt, auch weitere Tests. Wird der Test ohne Angabe des Namens, d.h. anonym, durchgeführt, muss man ihn selber bezahlen (Kosten: ca. 50 bis 80 Franken).

Wenn das Testergebnis positiv ist, bedeutet dies nicht, dass jemand Aids hat. Positive Ergebnisse aller HIV-Tests sagen nichts darüber aus, ob und wann jemand an Aids erkranken wird. Die oft gehörte Bezeichnung «Aids-Test» ist deshalb falsch.

Wegen der Tragweite eines allfälligen positiven Resultats muss mit dem HIV-Test verantwortungsvol umgegangen werden. Wichtig:
  • Niemand darf ohne sein oder ihr ausdrückliches Einverständnis in Kenntnis der wichtigen Fakten («informed consent») getestet werden. Zwangstests oder stillschweigend durchgeführte Tests (z.B. bei Untersuchungen im Krankenhaus, im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge, bei Stellenbewerbungen< usw.) sind rechtlich unzulässig und können als Verletzung des Persönlichkeitsrechts und unter Umständen als Körperverletzung geahndet werden.
  • Vor dem Test sollte ein umfassendes Beratungsgespräch stattfinden, denn nur dieses stellt sicher, dass die Testperson die wichtigen Fakten kennt.
  • Anonym (ohne Angabe des Namens) wird der Test bei den Test- und Beratungsstellen verschiedener Universitätsspitäler, einigen weiteren Kliniken und einzelnen Labors durchgeführt.
  • Die Mitteilung eines allfälligen positiven Testergebnisses muss mit einem ausführlichen Beratungsgespräch verbunden sein.

Die Aids-Hilfe Schweiz oder eine der regionalen Aids-Hilfen (Adressen) können darüber Auskunft geben, wo der Test sachgemäss durchgeführt wird.

Die Testberatung

Es gibt viele Gründe, weshalb sich Menschen testen lassen: Gewissheit schaffen angesichts einer befürchteten Ansteckung, Wunsch nach ungeschütztem Sex in der Partnerschaft, Kinderwunsch, die Abklärung von Symptomen (hinter denen eine unerkannte opportunistische Infektion stehen könnte), Abschluss bestimmter Versicherungen usw.

Auch in der Schwangerschaft kann ein HIV-Test sinnvoll sein, um gegebenenfalls eine Therapie gegen HIV bei der Mutter einzuleiten und das Risiko einer Übertragung von der Mutter auf das Kind zu reduzieren. Die Entscheidung, ob ein Test durchgeführt wird, liegt bei der Frau. Die informierte Schwangere wird dabei nebst ihrem eigenen Interesse auch die Interessen des Ungeborenen berücksichtigen.

Wer sich fragt: „Test: ja oder nein?“, sollte sich beraten lassen. Beratung wird z.B. von den regionalen Aids-Hilfen, den Test- und Beratungsstellen der Universitätskliniken und anderen Institutionen sowie von erfahrenen Ärzten und Ärztinnen angeboten.

In der Beratung sollten folgende Fragen geklärt werden:
  • Hat tatsächlich ein Ansteckungsrisiko bestanden? (Was sind mögliche Übertragungswege und was ausreichende Schutzmassnahmen?)
  • Was leistet der Test? Wie sicher ist er?
  • Was sind rechtliche Folgen eines allfällig positiven Resultats (insbesondere in Bezug auf Versicherungen) und wie kann ihnen bestmöglich vorgebeugt werden?
  • Belastet mich die Ungewissheit mehr als ein möglicherweise positives Testergebnis? Welche Unterstützung würde ich mir wünschen, und welche wäre für mich verfügbar?
  • Welche medizinischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Menschen mit HIV/Aids?

    Unabhängig davon, ob der Test gemacht wurde oder nicht, und unabhängig vom Testergebnis gilt: Man kann sich vor einer HIV-Infektion schützen.

Test negativ - alles bestens?

Fällt ein HIV-Test negativ aus, dann bedeutet dies, dass keine Antikörper gegen HIV gefunden wurden. Es liegt also keine HIV-Infektion vor.
Zuverlässig ist das Resultat allerdings nur, wenn der Test erst drei Monate nach einer möglichen Übertragung durchgeführt wurde. Oder anders: Ein negatives Testresultat sagt nichts aus über eine allfällige Infektion innerhalb der drei Monate, die vor dem Test liegen. Ist es in dieser Zeit wieder zu einer Risikosituation gekommen, besteht keine Gewissheit.

Vor allem aber bedeutet ein negatives Resultat nach einer Risikosituation nicht, dass jemand immun oder besonders widerstandsfähig gegen HIV wäre – sondern nur, dass er oder sie Glück hatte. Das Einhalten der Safer-Sex- und Safer-Use-Regeln bleibt wichtig.

Der HIV-Test ist keine Schutzmassnahme gegen eine spätere HIV-Infektion!

Test positiv - was tun?

Das Bild der HIV-Infektion hat sich in den letzten Jahren ständig verändert. Der medizinische Fortschritt ermöglicht es vielen Menschen mit einer HIV-Infektion, weitaus länger zu leben als früher – zumindest in den reicheren Ländern. Aber nach wie vor erleben viele das positive Testergebnis als tiefen Einschnitt in ihr Leben.

Ängste kommen auf: vor Krankheit, Schmerzen und einem möglicherweise frühen Tod, vor den Reaktionen von Freunden und Angehörigen sowie des gesellschaftlichen Umfelds. Nicht genug aber, dass die eigenen Sorgen und Probleme bewältigt sein wollen; viele Menschen mit HIV müssen sich auch noch mit denen des sozialen Umfelds, mit Unverständnis und Ablehnung auseinandersetzen.

Oft ist es aus eigener Kraft nicht möglich, das positive Testresultat zu verarbeiten. Das ist verständlich. Die bewusste Auseinandersetzung mit sich selbst kann sehr schmerzhaft sein. Mit Menschen des Vertrauens über Angst, Verzweiflung und Trauer zu sprechen, ist hilfreich. Die regionalen Aids-Hilfen machen zudem verschiedene Angebote zur Unterstützung bei der Bewältigung des Testergebnisses, z.B. Beratung und «Positiven-Gesprächsgruppen» (Adressen).

Es gibt kein Mittel, das die HIV-Infektion rückgängig machen könnte oder worunter sie gänzlich ausheilen würde. Aber es gibt immer mehr Medikamente, die den Verlauf der HIV-Infektion günstig beeinflussen (Näheres siehe Kombinationstherapie).
Es gibt auch keine allgemein gültigen Rezepte für Verhaltensweisen, die ein möglichst langes Leben mit dem Virus garantieren könnten.

Dagegen zeigen viele Menschen mit einer HIV-Infektion tagtäglich, dass auch mit HIV ein gutes und erfülltes Leben möglich ist. Die HIV-Infektion ist also kein Grund, zu resignieren und auf Zukunftsplanung zu verzichten.

Jeder Mensch mit HIV geht anders mit der Infektion um, und für jeden und jede bedeutet Lebensqualität etwas anderes. Hier gilt es, einen eigenen Weg zu finden.

Viele der bekannten Empfehlungen für eine gesunde Lebensführung gelten selbstverständlich auch bei einer HIV-Infektion. Eine gute, ausgewogene Ernährung kann viel dazu beitragen, den Körper und das Immunsystem zu stabilisieren.

Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft zeigen, dass es schon in der Frühphase der HIV-Infektion wichtig ist, ausgewogen zu essen und einem Gewichtsverlust vorzubeugen.

Sexualität ist ein wichtiger Teil des Lebens. In der ersten Zeit nach dem positiven Testergebnis haben viele HIV-infizierte Männer und Frauen aber Schwierigkeiten damit, zum Beispiel wegen der Sorge, andere anstecken zu können.
Es gibt keinen objektiven Grund, weshalb HIV-positive Menschen auf Sexualität verzichten sollten. Lustvolle Sexualität ist auch bei Einhaltung der Safer-Sex-Regeln möglich – und damit sind Partner und Partnerinnen optimal vor einer Übertragung geschützt.

Umfassende Information zum Thema Sexualität für Menschen mit HIV/Aids und ihre Partner und Partnerinnen bietet die Broschüre «Beziehung & Sexualität», herausgegeben von der Aids-Hilfe Schweiz und dem Bundesamt für Gesundheit.
Regionale Aids-Hilfen und Sexualberatungsstellen bieten zudem persönliche Unterstützung.

Für HIV-positive Menschen:
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Broschüren