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Präventionsarbeit

HIV/Aids-Prävention – eine permanente Herausforderung

Die Aids-Hilfe Schweiz fokussiert ihre Präventionsaktivitäten auf zielgruppenspezifische Massnahmen. Das bedeutet, die Menschen da zu erreichen, wo sie leben, lieben und arbeiten. Neue gesellschaftliche Entwicklungen und Impulse werden aufgenommen, um mit immer wieder neuen Zugängen die Menschen in ihren spezifischen Lebensbereichen anzusprechen – eine permanente und stets herausfordernde Arbeit.
Auch Konzepte werden laufend den Erfordernissen der epidemiologischen Situation und den Erkenntnissen aus der Forschung und Evaluationen angepasst. Sie sind Basis für erfolgreiche Massnahmen in der Prävention. Als Mitglied der Steuergruppe ist die Leiterin der Abteilung Programme auch an der LOVE LIFE STOP AIDS-Kampagne, der Präventionskampagne für die Allgemeinbevölkerung, beteiligt.

Verantwortlich: Michael Kohlbacher, Leiter Programme

Publikationen

Publikationen sorgt dafür, dass aktuelle und adäquate Informations- und Präventionsmaterialien für die Allgemeinbevölkerung und spezifische Zielgruppen zur Verfügung stehen und diese erreichen. Dies reicht von der Kleinbroschüre «Safer Sex – sicher!» über das Heft zur Sexualität für Jugendliche bis hin zum Flyer für Freier oder der siebzehnsprachigen HIV/Aids-Information für Migrantinnen und Migranten. Für Menschen mit HIV gibt es eine eigene Broschürenreihe sowie einen umfangreichen Informationsordner zu Medizin, Recht und Psychologie. Ein Klick bringt Sie zum Angebot an Informations- und Präventionsmaterialien:www.shop.aids.ch.

Verantwortlich: Brigitta Javurek / Claire Comte

Afrimedia

Afrimedia ist ein Programm für MigrantInnen aus Ländern südlich der Sahara. Es wurde 2002 entwickelt als Antwort auf die hohe Inzidenz in dieser Bevölkerungsgruppe. Für die Umsetzung werden ausgebildete MediatorInnen, bislang in den Kantonen Genf, Waadt, Fribourg, Neuchâtel, St. Gallen und Zürich, eingesetzt.

Zielsetzung:
  • Aufklärung und Sensibilisierung für HIV und Aids
  • Information und Orientierung über bestehende Hilfsangebote
  • Förderung der Solidarität und Unterstützung von Selbsthilfeinitiativen.

Aktivitäten:

  • Aufsuchende Informations- und Sensibilisierungsarbeit an formellen und informellen Treffpunkten der Zielgruppe.
  • Veranstaltungen für und mit der Zielgruppe

Verantwortlich: Noël Tshibangu


Männer, die Sex mit Männern haben (MSM)

Das Projekt MSM ist zuständig für die Prävention bei Männern, die Sex mit Männern haben, unabhängig davon, ob sie ihre sexuelle Orientierung als Teil ihrer Identität angeben (z.B. als schwuler oder bisexueller Mann).
Auf nationaler Ebene streuen wir die Hauptbotschaften der Safer-Sex-Regeln, bieten Informations- und niederschwellige Beratungsangebote im Internet und fördern die Beratung und das freiwillige Testen (VCT: Voluntary Counceling and Testing) in der Zielgruppe.
Die Präventionsarbeit wird in den verschiedenen Landesteilen von Outreachworkern durchgeführt, d.h. Facharbeitern mit schwuler Identität. Sie kennen die Eigenheiten der schwulen Subkultur und Treffpunkte ihrer Region, was für eine hohe Akzeptanz innerhalb der Zielgruppe sorgt. Mittels Verhaltens- und Verhältnisprävention beeinflussen sie das Risikobewusstsein und das notwendige Handlungswissen der Zielgruppe sowie die Solidarität mit HIV-positiven Menschen günstig. Zusätzlich werden auch Rahmenbedingungen geschaffen, innerhalb derer das individuelle Schutzverhalten gefördert wird, beispielsweise durch Unterstützung einer schwulen Identitätsfindung.

Verantwortlich: Marco Müller,


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Prävention bei Jugendlichen

Im Jugendalter machen Jugendliche erste sexuelle Erfahrungen. Damit sie ein verantwortungsbewusstes Schutzverhalten und eine selbstbestimmte und lustvolle Sexualität entwickeln können, brauchen sie gezielte Unterstützung.

Schule
Die regionalen Aids-Hilfen ergänzen mit ihren unterschiedlichen Angeboten den obligatorischen Schulstoff zu HIV/Aids und zu Sexualität. Zu diesen Angeboten gehören z. B. das Schulprojekt mit HIV-Betroffenen, sexualpädagogischer Unterricht durch Fachpersonen,  spezifische Projekte oder Beratung von Lehrpersonen.
Als Lehrperson oder SchulleiterIn können Sie diese Angebote bei ihrer regionale Aids-Hilfen anfordern.

Ausserschulischer Bereich
Die regionalen Aids-Hilfen bieten unterschiedliche Angebote im ausserschulischen Bereich an. Das sind z. B. spezifische Projekte in der offenen Jugendarbeit, in der stationären Jugendhilfe oder Angebote für besonders gefährdete Zielgruppen zu den Themen HIV/Aids, Schutzverhalten, Liebe und Sexualität.
Als SozialpädagogIn, HeimleiterIn oder JugendarbeiterIn können Sie diese Angebote bei ihrer regionale Aids-Hilfen anfordern.

Schlussbericht
Die Aids-Hilfe Schweiz hat im Jahre 2007/2008  eine Bedarfsanalyse durchgeführt, um den Bedarf an speziellen Präventionsmassnahmen bei jungen Schwulen und jungen vulnerabeln Migrantinnen und Migranten zu eruieren. Hier finden Sie den Schlussbericht mit den Ergebnissen und Empfehlungen an Massnahmen.  Schlussbericht  | PDF 5.8MB |


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Weibliche Sexarbeiterinnen aus dem Ausland - APiS

Migrantinnen im Sexgewerbe (Female Migrant Sexworkers) sind durch ihre Tätigkeit einem besonderen HIV/Aids-Risiko ausgesetzt. Sprachliche und kulturelle Barrieren verhindern oft ein Verständnis der zentralen, durch die Medien gestreuten Präventionsbotschaften. Das seit mehr als 10 Jahren bestehende „APiS-Angebot“ (Aids-Prävention im Sexgewerbe) sucht diesen Informationsmangel und seine potentiell gravierenden Folgen für Sexarbeiterinnen, Freier und deren Partnerinnen zu beheben. Es basiert auf dem Mediatorinnenmodell: Frauen mit Migrationserfahrung werden ausgebildet und befähigt, als regionale Mediatorinnen bei den Sexarbeiterinnen Präventionsarbeit zu leisten. Durch aufsuchende Arbeit direkt im Milieu gelangen Informationen und Präventionsmaterial unmittelbar an die Zielgruppe.

Verantwortlich: Barbara Beaussacq


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Männliche Sexarbeiter (MSW)

Männer, die Sex für Männer gegen Entgelt anbieten, sind in allen grösseren Schweizer Städten zu finden und bilden eine sehr heterogene Zielgruppe. Durch ihre Tätigkeit sind sie einem besonderen HIV/Aids-Risiko ausgesetzt. Das Projekt MSW stellt den Zugang zu diesen Personen mit der Methode des Streetworks (Gassenarbeit) und der Internet-Prävention sicher. Die Streetworker arbeiten an den Orten, wo Kontakte zwischen Kunden und Sexarbeitern entstehen: an Treffpunkten, im Internet und mittels Handy. Durch Abgabe von Kondomen und Gleitmitteln, zusammen mit gezielten Informationen, wird auf die Gefahren von HIV, Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten sowie auf die Safer-Sex-Regeln hingewiesen. In Zürich und in Genf bestehen zudem spezifische Informations- und Beratungsstellen mit Treffpunktcharakter, wo in Einzelgesprächen Kontakte zu Fachstellen vermittelt sowie psychosoziale Beratung und Begleitung angeboten werden.

Verantwortlich: Marco Müller


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Prävention bei Freiern - Don Juan

Der heterosexuelle Übertragungsweg des HI-Virus ist für über 45% der Neuinfektionen verantwortlich. Männer und Frauen mit wechselnden ungeschützten Sexualkontakten sind einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt. Mit den Projekten im Rahmen von Don Juan soll das Präventionsbewusstsein bei Freiern gesteigert und somit ein Beitrag zur Reduktion der Neuinfektionen in der heterosexuellen Bevölkerung geleistet werden.

Webseite www.don-juan.ch mit Informationen für Freier

Verantwortlich: Barbara Beaussacq



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Prävention bei MigrantInnen


Migrantinnen und Migranten sind oftmals aufgrund der spezifischen Belastungen der Migration mit besonderen Stressfaktoren konfrontiert. Dazu zählen psychosoziale Belastungen wie etwa die Entwurzelung aus vertrauten sozialen und kulturellen Lebenswelten, aber auch wirtschaftliche und rechtliche Unsicherheiten, etwa in Bezug auf die Beschäftigungslage und den Aufenthaltsstatus.

Solche Stressfaktoren können zu einer stärkeren Verletzlichkeit gegenüber gesundheitlichen Risiken führen. Zugleich ist der Zugang zu den Einrichtungen des schweizerischen Gesundheits- und Sozialwesens für Menschen aus anderen Ländern aus sprachlichen, sozio-kulturellen und ökonomischen und Gründen oft erschwert.

Aufgrund dieser Situation realisiert die Aids-Hilfe Schweiz spezifische Präventionsangebote für Migrantinnen und Migranten. Diese berücksichtigen, dass „MigrantInnen“ keine homogene Zielgruppe sind. Schriftliches Informationsmaterial zur HIV/Aids-Prävention ist in die verschiedensten Sprachen übersetzt und Präventionsprojekte werden, wo nötig, in Zusammenarbeit mit Mediatorinnen und Mediatoren (sozio-kulturellen VermittlerInnen) umgesetzt.

Verantwortlich: Barbara Beaussacq


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