LOVE LIFE-Kampagne: Wer nach ungeschütztem Sex das Bett hüten muss…

Bern, 26. Oktober 2015

… sollte sich mit seiner Ärztin oder seinem Arzt darüber unterhalten, ob ein HIV-Test angezeigt ist. Denn in den ersten Wochen nach einer Ansteckung mit HIV treten häufig grippeähnliche Symptome auf. Während dieser Phase, der so genannten Primoinfektion, sind HIV-Infizierte viel ansteckender als später. Zudem kann sich eine Sofort-Therapie positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Mit einem neuen Fernseh-Spot, Plakaten und Online-Massnahmen macht das BAG auf das Thema HIV-Primoinfektion aufmerksam.

Bei den meisten Menschen treten nach der Ansteckung mit HIV grippeähnliche Krankheitssymptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Nachtschweiss, geschwollene Lymphknoten, Darmsymptome, Halsschmerzen und Hautausschlag auf. Doch allzu oft werden diese Symptome nicht in Zusammenhang mit ungeschützten Sex gebracht und deshalb falsch gedeutet: Die HIV-Infektion bleibt unentdeckt. Das kann schwerwiegende Folgen haben, denn frisch Infizierte sind während den ersten Wochen viel ansteckender als später. Dies liegt daran, dass während dieser Zeit die Viruslast im Körper massiv erhöht ist. In der Schweiz geht rund die Hälfte aller Neuansteckungen auf jemanden in der Phase der HIV-Primoinfektion zurück. Besonders gefährdet sind in dieser Zeit die feste Partnerin oder der feste Partner. Tatsächlich gibt über die Hälfte der mit HIV diagnostizierten Frauen, die eine Angabe über die Infektionsquelle gemacht haben, den festen Partner an. Bei den heterosexuellen Männern ist dies ein Fünftel, bei Männern, die mit Männern Sex haben, ein Viertel.
Es gilt also: Je früher eine Primoinfektion entdeckt wird, desto eher lassen sich weitere Infektionen verhindern. Beim Arztbesuch ist deshalb unbedingt auf den möglichen Zusammenhang mit ungeschütztem Geschlechtsverkehr hinzuweisen. So kann ein HIV-Test gemacht werden, der eine Infektion selbst dann nachweist, wenn noch keine Antikörper im Blut sind.

Doch auch für die frisch infizierte Person selbst ist es von grossem Nutzen, wenn ihre HIV-Infektion früh entdeckt wird. Denn eine sofortige antiretrovirale Therapie kann dazu beitragen, dass die HIV-Infektion dem Körper weniger schadet und langfristig wichtige Immunfunktionen erhalten bleiben.

Um auf das Thema Primoinfektion aufmerksam zu machen, lanciert das BAG eine speziell auf dieses Thema zugeschnittene LOVE LIFE-Kampagnenwelle. Die Sujets der aktuellen Kampagne setzen den Zusammenhang zwischen ungeschütztem Sex und grippeähnlichen Symptomen in Szene. Werfen Sie einen Blick unter die Bettdecke.

Für Rückfragen:
BAG, Medienstelle, Telefon 058 462 95 05, oder media@bag.admin.ch

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