Wahl des neuen Präsidenten Martin Klöti, Regierungsrat Kanton St. Gallen, Würdigung der abtretende Präsidentin Doris Fiala, Nationalrätin Kanton Zürich

Zürich , 09. Dezember 2014

Die Präsidentin der Aids-Hilfe Schweiz, Nationalrätin Doris Fiala, gibt nach geleisteter Sanierungsarbeit das Verbandspräsidium auf Ende 2014 ab. In ihrer Präsidialrede hat sie darauf hingewiesen, dass ihre Mission beendet sei und sie – wie 2012 in Aussicht gestellt – nach drei Jahren zurücktritt. Ihre Verdienste wurden an der heutigen Delegiertenversammlung unter Applaus gewürdigt. Doris Fiala hat den Stab mit Glückwünschen ihrem Nachfolger Martin Klöti übergeben.

Martin Klöti
Martin Klöti, der neue Präsident der Aids-Hilfe Schweiz

Die ausserordentliche Delegiertenversammlung ist dem Wahlvorschlag des Vorstandes gefolgt und hat Martin Klöti, Regierungsrat St. Gallen, zum neuen Präsidenten und Dr. med. Franziska Schöni-Affolter, Ärztin und Epidemiologin in der HIV Forschung und Berner Grossrätin, zur neuen Vizepräsidentin gewählt. Martin Klöti freut sich auf die neue Herausforderung: „Es ist mir eine Ehre, den inzwischen gut aufgestellten Verband erfolgreich weiterzuführen. Dabei ist mir ein besonderes Anliegen für die betroffenen Menschen ein gutes Umfeld zu schaffen und ihre Anliegen ernst zu nehmen. Dazu gehören Migrantinnen und Migranten, Sexarbeitende und Männer, die Sex mit Männern haben, sowie ihre Angehörigen. Im Weiteren ist es mir wichtig, dass die Aids-Hilfe Schweiz als Dachorganisation einen guten und direkten Kontakt zu ihren Regionalstellen pflegt, denn dort wird täglich Entscheidendes geleistet. Dass die eingesetzten Mittel möglichst effizient eingesetzt werden ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Nur so bleibt das Vertrauen zwischen den Spendern und Geldgebern gegenüber dem Verband Aids-Hilfe Schweiz bestehen. Die Organisation hat eine grosse Tradition und wir sind alle dem guten Ruf verpflichtet."

Erfolgreich umgesetzte Sanierungsstrategie - noch besser als erhofft
Die auf drei Säulen basierende Sanierungsstrategie konnte erfolgreich umgesetzt werden. Nebst drastischen Kostensenkungen, einer schlankeren aber effizienteren Organisation des Dachverbands und dank Mehreinnahmen von Stiftungen und seitens der Wirtschaft sowie erfolgreicher Finanzmittelbeschaffung beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) konnte unerwartet sogar eine positive Trendwende im privaten Spendenmarkt erzielt werden.

Entgegen der Kontroverse die richtige Wahl
Im Januar 2012 hatte sich die Mitgliederversammlung für Doris Fiala und somit für eine Professionalisierung des Präsidiums im Sinne eines aktiven Krisenmanagements des Dachverbands ausgesprochen. Die durch die Generalversammlung abgesegnete Entschädigung hatte in der Öffentlichkeit zu einer Kontroverse geführt. Im Sinne der Transparenz und um der Unkenntnis der Sachlage entgegenzuwirken, hält der Dachverband fest, dass die Entschädigung der Präsidentin insgesamt CHF 45'000 (2012: CHF 30'000; 2013 CHF 15'000; 2014 CHF 0) betrug. Seit Juli 2013 verzichtete die Präsidentin auf jegliche Art der finanziellen Entschädigung.
Rückblickend war der Entscheid, eine Saniererin an die Spitze zu holen, richtig. Andreas Häner, abtretender Vizepräsident, bedankte sich für das überaus grosse Engagement der führungsstarken und gut vernetzten Präsidentin: „Fiala scheute keinen zeitlichen Aufwand, um unseren Verband zu professionalisieren und in die schwarzen Zahlen zu führen. Dank ihrem grossen Engagement im Bereich des institutionellen Fundraisings haben wir gemeinsam aus einer schwierigen Situation heraus den Turnaround geschafft. Die Aids-Hilfe Schweiz hat Fiala viel zu verdanken.“

Präventionsarbeit auch in Zukunft von ungemindert grosser Bedeutung
Fiala ihrerseits dankte all jenen, welche die Aids-Hilfe Schweiz gerade in stürmischen Zeiten unterstützten und so ermöglicht haben, die Organisation nachhaltig in die Zukunft zu führen. Sie rief dazu auf, die Aids-Hilfe Schweiz weiterhin ideell und finanziell zu unterstützen und unterstrich die grosse nationale Bedeutung der Präventionsarbeit HIV und anderer sexuelle übertragbaren Infektionen. Auch wenn HIV heute glücklicherweise nur noch selten zum Tod führe, beeinträchtige die lebenslange Krankheit dennoch die Lebensqualität der Betroffenen, die leider nachwievor oft diskriminiert und stigmatisiert würden. Doris Fiala dankte insbesondere dem Geschäftsführer Daniel Seiler für die gute Zusammenarbeit und lobte sein grosses Engagement für die Gesundung der Verbandsfinanzen sowie seine Sozialkompetenz, die in der Zusammenarbeit mit den Behörden und wichtigen Partnern wie dem BAG zum Tragen kam. Fiala betonte, dass das Erreichte als Ganzes nur dank grosser Loyalität und eines kompetenten Vorstandes und Geschäftsstellenteams überhaupt möglich gewesen sei.

Martin Klöti startet seine Amtszeit mit folgendem Vorstandsteam
● Dr. med. Franziska Schöni-Affolter, Vizepräsidentin, Grossrätin des Kantons Bern
● Raphaël Comte, Ständerat Kanton Neuenburg
● Andreas Häner, Leiter Public Fundraising SRK
● Dr. Barbara E. Ludwig, Leiterin Sucht und Drogen Stadt Zürich
● Prof. Dr. Sibylle Nideröst, Leiterin des Institutes Integration und Partizipation, FHNW Olten
● Christoph Stuehn, Direktor Memoriav
● Manuel Tornare, Nationalrat Kanton Genf

Mehr Informationen
Doris Fiala, Tel. 079 611 84 17
Martin Klöti, Tel. 079 263 11 00
Daniel Seiler, Geschäftsführer Aids-Hilfe Schweiz, Tel. 079 655 55 34
Medienstelle: medien@aids.ch ; Tel. 079 794 64 91