Chlamydien

Was sind Chlamydien?

Chlamydien-Infektionen werden durch Bakterien (Chlamydia trachomatis) verursacht und sind die häufigste sexuell übertragbare Infektion in Europa.

Wie werden Chlamydien übertragen?

Die Infektion kann durch oralen, vaginalen und analen Gechlechtsverkehr übertragen werden.

Was sind Symptome und Auswirkungen?

Frauen

  • Unüblicher Ausfluss aus der Scheide
  • Juckreiz an der Scheide
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen im Unterleib
  • Schmerzen oder Blutungen beim Geschlechtsverkehr
  • Unregelmässige Blutungen
  • Jucken oder Ausfluss am Anus

Männer:

  • Weisslicher Ausfluss am Penis, vor allem morgens
  • Schmerzen, Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen an den Hoden
  • Jucken oder Ausfluss am Anus

Viele Betroffene merken nichts von der Chlamydien-Infektiton: Etwa 70 % der Frauen und etwa 50 % der Männer haben nur geringfügige oder gar keine Beschwerden. Auch ohne Symptome kann eine Chlamydien-Infektion aber langfristige Folgen haben. Unbehandelte Infektionen können bei Frauen zu Beckenentzündungen oder Verklebung der Eileiter und in der Folge zu Bauchhöhlenschwangerschaften oder Unfruchtbarkeit führen. Bei Männern ist in seltenen Fällen eine Nebenhodenentzündung mit anschliessender Sterilität die Folge. Infizierte Neugeborene können an einer Bindehaut- oder an einer Lungenentzündung erkranken.

Wie wird auf Chlamydien getestet?

Für den Chlamydien-Test wird ein Abstrich der Schleimhaut untersucht oder ein Urintest durchgeführt.

Wie werden Chlamydien behandelt?

Die Infektion kann mit Antibiotika geheilt werden.
Ohne Behandlung kann die Infektion über Monate andauern und an Sexpartner und Sexpartnerinnen weitergegeben werden.

Müssen sich Sexpartner und Sexpartnerinnen auch behandeln lassen?

Gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt muss überlegt werden, von wem die Infektion stammen und an wen sie bereits weitergegeben worden sein könnte. Diese Sexpartner und Sexpartnerinnen sollen über die Diagnose informiert werden, damit sie sich untersuchen und allenfalls behandeln lassen können.
In weiter bestehenden sexuellen Beziehungen muss erstens gleichzeitig behandelt und zweitens Safer Sex eingehalten werden. Das gilt bis beide geheilt sind, damit man sich nicht immer wieder von Neuem ansteckt.
Ohne Behandlung sind zu einem späteren Zeitpunkt Gesundheitsprobleme möglich.
Auf der Website www.lovelife.ch  gibt es Gesprächstipps und Informationen zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten.

Wie kann eine  Infektion verhindert werden?

Kondome und weitere Massnahmen des Safer Sex verrin­gern das Risiko, sich mit Syphilis zu infizieren. Deshalb gilt:

  1. Vaginal­ und Analsex mit Kondom 
  2. Und weil’s jede(r) anders liebt: den persönlichen Safer­Sex­Check auf lovelife.ch machen

Eine Ansteckung kann aber dennoch erfolgen. Es ist wichtig, sie früh zu erkennen.
Sexpartner und Sexpartnerinnen müssen gleichzeitig be­handelt werden, um sogenannte «Pingpong»­Infektionen zu vermeiden, bei welchen sich Partner immer wieder von Neuem gegenseitig anstecken. 

Wer wechselnde oder mehrere Sexualpartner gleichzeitig hat, soll mit seinem Arzt, seiner Ärztin oder einer anderen Fachperson über HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen sprechen und sich beraten lassen, ob Tests nötig sind.

Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG), Faktenblatt Chlamydien lovelife.ch