Lobbying

Die Aids-Hilfe Schweiz betreibt Lobbying für ihre Zielgruppen:

Menschen mit HIV

Menschen mit HIV werden in der Schweiz nach wie vor diskriminiert. Sie erfahren Benachteiligungen am Arbeitsplatz, haben keinen Zugang zu Privatversicherungen; die Übertragung von HIV wird kriminalisiert; der Anspruch auf Datenschutz wird verletzt. Die Aids-Hilfe Schweiz betreibt politisches Lobbying und setzt sich in Zusammenarbeit mit Versicherungen und Arbeitgebern für eine Besserstellung der Menschen mit HIV in der Gesellschaft ein.

Migrantinnen und Migranten

In der Schweiz leben rund 70'000 Personen aus Subsahara-Afrika mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus. Die Aids-Hilfe Schweiz setzt sich dafür ein, dass Subsahara-Migrantinnen und -Migranten Zugang zu medizinischen, rechtlichen und sozialen Informationen erhalten. Sie unterstützt die Präventionsziele des BAG und hilft mit, dass Stigma und Diskriminierungen in der Zielgruppe abnehmen.

Männer, die Sex mit Männern haben

Homo- und bisexuelle Menschen erfahren in Beruf und Gesellschaft nach wie vor Benachteiligungen. Die AHS unterstützt Schwulenorganisationen, setzt sich für die rechtliche Besserstellung und das erleichterte Coming Out für junge Schwule ein. Sie lobbyiert für ein verbessertes Antidiskriminierungsrecht und unterstützt die Ziele der LGBT-Community.

Sexarbeiter

Ein Mann, der einem anderen Mann Sex für Geld anbietet, heisst Escort, Callboy, Stricher oder Prostituierter. Nicht alle Sexarbeiter haben eine schwule Idenität, einige bezeichnen sich als hetero- oder bisexuell. Oder sind trans*Menschen. Aufgrund ihrer oftmals prekären Lebens- und Arbeitssituationen sind sie besonders verletzlich in Bezug auf Diskriminierungen. Und HIV und andere Geschlechtskrankheiten. Die AHS setzt sich darür ein, dass Sexarbeiter Zugang zu Informationsmaterialien haben sowie Test- und Therapieangebote nutzen können.

Sexarbeiterinnen

Fast jeder fünfte erwachsene Mann in der Schweiz nimmt wenigstens einmal im Jahr die Dienste einer Sexarbeiterin in Anspruch. Zwischen 80 und 90 Prozent der Sexarbeiterinnen in der Schweiz sind Migrantinnen, die aufgrund ihrer prekären Lebens- und Arbeitssituation in Bezug auf HIV und andere Geschlechtskrankheiten besonders vulnerabel sind. Die AHS setzt sich dafür ein, dass Sexarbeiterinnen Informationen gezielt erhalten und der Zugang zu Präventionsmaterialien sowie zu Test- und Therapieangeboten erleichtert wird.

Lebensversicherungen

Die Aids-Hilfe Schweiz engagiert sich dafür, dass Menschen mit HIV eine Lebensversicherung abschliessen können. Einige Teilerfolge kann sie bereits ausweisen. Inzwischen gibt es bei einzelnen Versicherern die Möglichkeit, eine Lebensversicherung abzuschliessen, wenn der individuelle Gesundheitszustand aus Sicht der Versicherer günstig ist (Zeitpunkt der Infektion, CD-4-Wert, Virenlast, keine Koinfektion mit Hepatitis C etc.)

Strafbarkeit der HIV-Übertragung

Die AHS setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Menschen mit HIV nicht kriminalisiert werden. Dank intensiver Lobbyarbeit der AHS müssen Menschen mit HIV nach Inkrafttreten des revidierten Epidemiengesetzes nicht mehr befürchten, bestraft zu werden, wenn sie mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin in gegenseitigem Einvernehmen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben.

Diskriminierungsmeldestelle

Die Aids-Hilfe Schweiz ist die nationale Diskriminierungsmeldestelle. Sie sammelt Fälle, in denen Menschen mit HIV diskriminiert wurden, und erstattet zweimal pro Jahr Bericht an die Eidgenössische Kommission für sexuelle Gesundheit und macht Vorschläge für Interventionen.