Diskriminierungsmeldungen

Die Aids-Hilfe Schweiz ist die eidgenössische Stelle für Diskriminierungen und Persönlichkeitsverletzungen im HIV/Aidsbereich. Sie sammelt die ihr gemeldeten Fälle und leitet diese zweimal jährlich an die Eidgenössische Kommission für Sexuelle Gesundheit (EKSG) weiter. Die Aids-Hilfe Schweiz interveniert auch – sofern von der betroffenen Person gewünscht wird – bei Diskriminierungsfällen. Sie informiert über die Rechtslage und die Datenschutzbestimmungen und unterstützt HIV-positive Personen dabei, ihr Recht einzufordern.

Diskriminierungsfälle in der Schweiz

Rund 100 Fälle werden der Aids-Hilfe Schweiz jedes Jahr gemeldet. Dies ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Eine Normalisierung im Umgang mit HIV-positiven Menschen ist noch in weiter Ferne.
Diskriminierungsmeldungen 2016 (PDF) 

Anzahl und Bereiche der gemeldeten Diskriminierungen von 2012 bis 2016:

Daten bis 31. Oktober 2016
Die meisten Meldungen betrafen 2016 den Bereich der Privatversicherungen (27), gefolgt vom Bereich der Sozialversicherungen (20) und den Datenschutzverletzungen (12).

Hinter Diskriminierungen stecken häufig irrationale Ängste vor der Übertragung des HI-Virus und Vorurteile gegenüber Menschen mit HIV. Um Diskriminierungen wirksam zu bekämpfen, reicht der Rechtsschutz in der Schweiz nicht aus. Die Einführung eines Antidiskriminierungsgesetzes nach Vorbild der EU-Länder würde Abhilfe schaffen, liegt jedoch in weiter Ferne. Umso wichtiger sind deshalb die Aufklärungskampagnen der Aids-Hilfe Schweiz, deren Rechtsberatung für Menschen mit HIV und die Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Kommission für sexuelle Gesundheit.