HIV und Sex

Ein glückliches Sexualleben und eine erfüllende Beziehung mit einem Partner oder einer Partnerin sind auch mit der Diagnose „HIV-positiv“ lebbar. Erfahren sie hier, wie Sie Ihren Partner, Ihre Partnerin vor einer HIV-Übertragung schützen können.

Safer-Sex-Regeln

Die Safer-Sex-Regeln verhindern sicher eine HIV-Übertragung und schützen gut gegen andere Geschlechtskrankheiten:

  • Beim Anal- und Vaginalverkehr immer ein Präservativ verwenden.
  • Beim Oralverkehr vermeiden, dass Sperma oder Blut in den Mund kommt, und beides im Falle einer Panne nicht schlucken.
  • Bei Juckreiz, Brennen oder Ausfluss zum Arzt.

Drogen, Sex und HIV

Drogen können die sexuelle Lust steigern, Hemmschwellen abbauen und die Intensität des Augenblicks verstärken. Der Konsum von Drogen kann aber auch zu Kontrollverlust führen. Unter Drogeneinfluss wird es dann schwieriger, sich oder andere vor der HIV-Übertragung zu schützen.

Für HIV-positive Menschen führt der Konsum von Drogen zu einem zusätzlichen Gesundheitsrisiko. Wegen Wechselwirkungen zwischen den HIV-Medikamenten und den Drogen kann die gemeinsame Einnahme der Substanzen negative bis gefährliche Auswirkungen haben. Es ist deshalb wichtig, dass die behandelnde Ärztin oder der Arzt über den Konsum von Drogen Bescheid weiss, um so unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen zu vermeiden.

Die HIV-Therapie schützt vor HIV-Übertragung

Wird die HIV-Therapie richtig eingenommen und werden die Resultate regelmässig  vom behandelnden Arzt überprüft, ist das Risiko einer HIV-Infektion auf den Partner auch beim ungeschützten Geschlechtsverkehr unwahrscheinlich. Der ungeschützte Geschlechtsverkehr soll aber unter diesen Umständen immer nur in Absprache mit dem Sexualpartner vorgenommen werden. Schliesslich trägt er das Risiko mit, auch wenn es gering ist.

Kinderwunsch

HIV-positive Menschen können dank der zur Verfügung stehenden HIV-Medikamente bedenkenlos Väter oder Mütter werden. Weder muss die HIV-positive Person befürchten, dass sie ihren Partner oder ihre Partnerin mit HIV infiziert, noch dass das HI-Virus aufs Kind übertragen wird. Wer sich Kinder wünscht, sollte den Kinderwunsch früh mit der behandelnden Ärztin oder Arzt besprechen.

Wer muss wen wovor schützen?

Der Schutz vor einer möglichen HIV-Übertragung in der festen (Liebes-) Beziehung mit einer HIV-positiven Person liegt in der gemeinsamen und geteilten Verantwortung beider Partner. Sie entscheiden gemeinsam, ob sie sich mit Safer Sex oder mit der wirksamen Therapie vor HIV schützen wollen. Dessen ungeachtet gilt in der Schweiz bisher aber immer noch, dass HIV-positive Personen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, strafrechtlich verfolgt werden können.

Der gemeinsame Schutz erstreckt sich auch auf die Infektion mit anderen Geschlechtskrankheiten. Denn HIV-positive Personen tragen besondere Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit Geschlechtskrankheiten:

  1. Geschlechtskrankheiten verlaufen bei HIV-positiven Personen häufig schwerwiegender und sind auch schwieriger zu behandeln,
  2. Geschlechtskrankheiten können einerseits das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, steigern und andererseits das Risiko, HIV auf andere zu übertragen, steigern.

Mit Gelegenheitspartnerinnen und – partnern gelten weiterhin die Safer-Sex-Regeln. Unter diesen Umständen ist nämlich der ungeschützte Geschlechtsverkehr zu unsicher, da man weder weiss, ob der Sexualpartner HIV-positiv ist oder eine andere Geschlechtskrankheit hat, noch ob er oder sie eine HIV-Therapie einnimmt. Jede und Jeder ist selbst für seinen Schutz vor HIV und anderen Geschlechtskrankheiten verantwortlich und kann die Verantwortung nicht abdelegieren.