Die häufigsten Fragen zu HIV am Arbeitsplatz

Wie kann ich einen HIV-positiven Mitarbeiter unterstützen? Wie informiere ich seine Mitarbeitenden? Hier finden sie alles, was Sie als Arbeitgeber über HIV am Arbeitsplatz wissen müssen.

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Wie sollen die Mitarbeitenden in der Firma über HIV/Aids informiert werden?
Ängste und Vorurteile gegenüber Menschen mit HIV/Aids sind oft durch mangelndes Wissen begründet. Mitarbeitende können besser mit der Thematik umgehen, wenn sie Zugang zu ausführlichen und verlässlichen Informationen haben. Die Aids-Hilfe Schweiz stellt gerne Unterlagen zur Verfügung und ist auch bereit, Informationskurse für Mitarbeitende durchzuführen.

Wie kann ich einen Mitarbeiter mit HIV/Aids unterstützen? Wo finde ich Hilfe?
Informiert ein Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber, dass er HIV-positiv ist, dann muss diese Information streng vertraulich behandelt werden. Unterstützung kann erfolgen, indem der Arbeitgeber den Arbeitnehmer bei der Gestaltung der Arbeitszeiten entgegenkommt (damit z.B. der Arbeitsweg nicht ausgerechnet während der Stosszeit absolviert werden muss) oder indem kleine Anpassungen in der Arbeitsplatzumgebung vorgenommen werden (ein abschliessbares Fach, das den Blicken der Kollegen entzogen ist, kann sehr hilfreich sein für die diskrete Aufbewahrung von Medikamenten). Besteht das Bedürfnis nach einer persönlichen Beratung im Zusammenhang mit HIV und Aids ist die Aids-Hilfe Ihrer Region der richtige Ansprechpartner. Für rechtliche Fragen steht die Rechtsberatung der Aids-Hilfe Schweiz zur Verfügung.

Wer muss wissen, dass eine Mitarbeiterin HIV-positiv ist?
Die Tatsache, dass jemand HIV-positiv ist, ist eine höchstpersönliche und vertrauliche Information, die unter keinen Umständen ohne das ausdrückliche Einverständnis des Betroffenen oder ohne gerichtliche Anordnung weiter gegeben werden darf. Dieser Grundsatz ist im Datenschutzgesetz, im Zivilgesetzbuch und im Obligationenrecht festgehalten. Wer dagegen verstösst, begeht eine strafbare Persönlichkeits- und Datenschutzverletzung.

Welche Gefahr bilden HIV-positive Arbeitnehmende für ihre Kolleginnen und Kunden?
Keine, denn bei den üblichen Tätigkeiten am Arbeitsplatz besteht kein Ansteckungsrisiko. Das HI-Virus kann nicht übertragen werden durch zwischenmenschliche Kontakte wie Händeschütteln, Umarmen, Küssen, Anniesen oder Anhusten und auch nicht durch das gemeinsame Benutzen von Telefonen, Computern, Geschirr, Besteck, Handtüchern, Toiletten etc. Selbst im Medizinalbereich, wo es gelegentlich zum Kontakt mit dem Blut anderer Menschen kommen kann, kann das Infektionsrisiko durch das Einhalten geeigneter hygienischer Massnahmen praktisch vollständig ausgeschlossen werden.

Wie gross ist das Risiko, dass Arbeitnehmende mit HIV krankheitshalber ausfallen?
Ein positiver HIV-Test sagt nichts über die Arbeitsfähigkeit aus. Dank der medizinischen Entwicklung wurde die Infektion mit dem HI-Virus zu einer chronischen Krankheit, die nicht zwingend zu Aids führt. HIV-bedingte Krankheitsabsenzen sind in der Regel nicht zahlreich und bleiben kurz. Wenn ein Arbeitnehmer Aids hat, kann er unter Umständen sehr krank sein, sich aber auch wieder erholen und wieder arbeitsfähig werden. Absenzen können allenfalls auch durch Anpassungen, wie z.B. in der Gestaltung der Arbeitszeiten, reduziert oder verhindert werden.