Beziehung & Sexualität

Die Diagnose „HIV-positiv“ bedeutet nicht, dass Sie auf Beziehungen und Sex verzichten müssen. Erfüllte Sexualität ist weiterhin möglich. Eine HIV-Infektion ist kein Hindernis, Kinder zu bekommen. Wer sich Kinder wünscht, sollte dieses Thema möglichst früh mit dem Arzt oder der Ärztin besprechen.

Sexualität mit HIV

Intimität und Sexualbeziehungen sind mit HIV-positiven Partnerinnen und Partnern ohne Bedenken möglich. Selbstverständlich müssen Vorkehrungen getroffen werden, damit das HI-Virus oder andere Geschlechtskrankheiten nicht auf den Sexualpartner übertragen werden. Werden diese Massnahmen ergriffen, ist der Geschlechtsverkehr bedenkenlos.

Safer Sex

Beim Anal- und Vaginalverkehr sollte immer ein Präservativ benutzt werden. Das Präservativ ist die wirksamste, einfachste und billigste Schutzmassnahme. Das Präservativ schützt sicher vor HIV und gut gegen alle anderen Geschlechtskrankheiten. Beim Oralsex darauf achten, dass kein Sperma oder Blut in den Mund kommt und dass kein Sperma oder Blut geschluckt wird.

Therapie schützt vor HIV

Wird die HIV-Therapie richtig eingenommen und werden die Resultate regelmässig vom behandelnden Arzt überprüft, ist das Risiko einer HIV-Infektion für den Partner / die Partnerin beim ungeschützten Geschlechtsverkehr praktisch null. Ob ein Paar ungeschützten Geschlechtsverkehr praktizieren will, sollte immer gemeinsam entschieden werden. Es lohnt sich, sich gemeinsam von Fachpersonen beraten zu lassen. 

Serosorting

Beim Serosorting suchen Menschen mit HIV gezielt nach einer Partnerin oder einem Partner, die oder der ebenfalls HIV-positiv ist. Durch Serosorting entfällt die Angst vor der Übertragung von HIV, aber es besteht kein Schutz vor anderen Geschlechtskrankheiten.

Wer muss wen wovor schützen?

Der Schutz vor einer möglichen HIV-Übertragung in der festen (Liebes-)Beziehung mit einer HIV-positiven Person liegt in der gemeinsamen und geteilten Verantwortung beider Partner. Sie entscheiden gemeinsam, ob sie sich mit Safer Sex oder mit der wirksamen Therapie vor HIV schützen wollen. Dessenungeachtet gilt in der Schweiz bisher aber immer noch, dass HIV-positive Personen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, strafrechtlich verfolgt werden können.

Der gemeinsame Schutz erstreckt sich auch auf die Infektion mit anderen Geschlechtskrankheiten. Denn HIV-positive Personen tragen besondere Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit Geschlechtskrankheiten:

  1. Geschlechtskrankheiten verlaufen bei HIV-positiven Personen häufig schwerwiegender und sind auch schwieriger zu behandeln,
  2. Geschlechtskrankheiten können einerseits das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, erhöhen und andererseits das Risiko, HIV auf andere zu übertragen, steigern.

Mit Gelegenheitspartnerinnen und -partnern gelten weiterhin die Safer-Sex-Regeln. Unter diesen Umständen ist der ungeschützte Geschlechtsverkehr unsicher, da man weder weiss, ob der Sexualpartner HIV-positiv ist oder eine andere Geschlechtskrankheit hat, noch ob er oder sie eine HIV-Therapie einnimmt. Jede und jeder ist selbst für ihren/seinen Schutz vor HIV und anderen Geschlechtskrankheiten verantwortlich und kann die Verantwortung nicht abdelegieren.

Kinderwunsch

Das Risiko der Übertragung mit HIV besteht in der Schwangerschaft, während der Geburt und beim Stillen. Dank der HIV-Therapie kann man dieses Risiko aber vermeiden. Es besteht die Möglichkeit zur natürlichen Empfängnis und zur natürlichen Geburt.

(Quelle: mediaplanetCH)