Beziehung & Sexualität

Die Diagnose „HIV-positiv“ bedeutet nicht, dass Sie auf Beziehungen und Sex verzichten müssen. Eine erfüllte Sexualität ist weiterhin möglich. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihren Partner, Ihre Partnerin vor einer HIV-Übertragung schützen können.

Safer-Sex-Regeln
Die Safer-Sex-Regeln verhindern sicher eine HIV-Übertragung und schützen gut gegen andere Geschlechtskrankheiten:

  • Beim Anal- und Vaginalverkehr immer ein Präservativ verwenden.
  • Beim Oralverkehr vermeiden, dass Sperma oder Blut in den Mund kommt, und beides im Falle einer Panne nicht schlucken.
  • Bei Juckreiz, Brennen oder Ausfluss zum Arzt.

Therapie schützt vor HIV
HIV-positive Menschen sind grundsätzlich nicht mehr ansteckend, wenn sie ihre HIV-Therapie nach Plan einnehmen und ihre Virenlast nicht mehr nachweisbar ist. Sie können also ungeschützten Sex haben, ohne zu befürchten, dass sie ihren Partner anstecken. Vor der Ansteckung mit anderen Geschlechtskrankheiten schützen die HIV-Medikamente jedoch nicht.

Wer muss wen wovor schützen?
Der Schutz vor einer möglichen HIV-Übertragung in der festen Beziehung mit einer HIV-positiven Person liegt in der gemeinsamen Verantwortung beider Partner. Sie entscheiden gemeinsam, ob sie sich mit Safer Sex oder mit der wirksamen Therapie vor HIV schützen wollen. Dessen ungeachtet gilt in der Schweiz bisher aber immer noch, dass HIV-positive Personen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, strafrechtlich verfolgt werden können.

HIV-positive Personen tragen besondere Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit Geschlechtskrankheiten:

  1. Geschlechtskrankheiten verlaufen bei HIV-positiven Personen häufig schwerwiegender und sind auch schwieriger zu behandeln,
  2. Geschlechtskrankheiten können einerseits das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, erhöhen und andererseits das Risiko, HIV auf andere zu übertragen, steigern.

Mit Gelegenheitspartnerinnen und -partnern gelten weiterhin die Safer-Sex-Regeln. Unter diesen Umständen ist der ungeschützte Geschlechtsverkehr nicht sicher, da man weder weiss, ob der Sexualpartner HIV-positiv ist oder eine andere Geschlechtskrankheit hat, noch ob er oder sie eine HIV-Therapie einnimmt. Jede und jeder ist selbst für den Schutz vor HIV und anderen Geschlechtskrankheiten verantwortlich und kann die Verantwortung nicht delegieren.

Drogen, Sex und HIV
Drogen können die sexuelle Lust steigern, Hemmschwellen abbauen und die Intensität des Augenblicks verstärken. Der Konsum von Drogen kann aber auch zu Kontrollverlust führen. Unter Drogeneinfluss wird es dann schwieriger, sich oder andere vor der HIV-Übertragung zu schützen. 

Für HIV-positive Menschen führt der Konsum von Drogen zu einem zusätzlichen Gesundheitsrisiko. Wegen Wechselwirkungen zwischen den HIV-Medikamenten und den Drogen kann die gemeinsame Einnahme der Substanzen negative bis gefährliche Auswirkungen haben. Es ist deshalb wichtig, dass die behandelnde Ärztin oder der Arzt über den Konsum von Drogen Bescheid weiss, um so unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen zu vermeiden.