Die Kombinationstherapie

Die Medizin kann HIV nicht heilen. Doch gibt es Medikamente, mit denen die HIV-Infektion wirksam behandelt und kontrolliert werden kann. Werden die Medikamente konsequent eingenommen, steigert die Therapie die Lebensqualität und die Lebenserwartung von HIV-positiven Menschen markant.

Wie wirkt die Kombinationstherapie?

Die Therapie mit verschiedenen, gleichzeitig eingenommenen Medikamenten – die Kombinationstherapie – verhindert, dass sich das HI-Virus im Körper vermehrt. Dadurch wird das Immunsystem entlastet und es kann sich teilweise erholen. So verbessert sich die Gesundheit der betroffenen Menschen und ermöglicht ihnen ein beinahe normales Leben.

Warum braucht es eine Kombinationstherapie?

Das HI-Virus verändert sich ständig – es mutiert. Ein einzelnes Medikament verliert deshalb rasch seine Wirkung, das mutierte Virus wird resistent gegen dieses Medikament. Eine Therapie, die mehrere Wirkstoffe miteinander kombiniert, kann das HI-Virus dagegen trotz Mutationen immer noch kontrollieren.

Kann man HIV auch ohne Therapie überleben? 

Ohne wirksame Behandlung führt die HIV-Infektion über kurz oder lang zu Aids und zum Tod. Deshalb ist es wichtig, dass man die HIV-Therapie rechtzeitig beginnt und die Medikamente konsequent einnimmt. Denn sie verbessern den Gesundheitszustand der von HIV betroffenen Menschen und helfen, dass das HI-Virus bei richtiger Therapieeinnahme nicht auf die Sexualpartnerin oder den Sexualpartner übertragen wird. Die HIV-Therapie dauert allerdings das ganze Leben.

Werden alle HIV-positiven Menschen mit der Kombinationstherapie behandelt?

Nein. Jede HIV-positive Person entscheidet gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt, wann der richtige Zeitpunkt für den Beginn der Therapie gekommen ist. Einige Menschen möchten und können lieber zuwarten, andere wollen lieber schon sehr früh mit der Therapie beginnen. Zudem wissen nicht alle HIV-positive Menschen, dass sie mit HIV infiziert sind, und denken gar nicht an den Therapiebeginn.

Braucht man einen Spezialisten, wenn man HIV-positiv ist? 

Die Behandlung der HIV-Infektion ist komplex und verlangt spezialisierte Kenntnisse. Deshalb ist die Erfahrung von HIV-Spezialisten ein entscheidender Erfolgsfaktor in der Behandlung der HIV-Infektion. Wichtig ist, dass man der Ärztin oder dem Arzt vertraut und sich gut aufgehoben fühlt. Die Beratung durch eine regionale Aids-Hilfe empfiehlt sich. 

Stimmt es, dass man sich bei HIV-positiven Menschen, die antiretrovirale Medikamente einnehmen, nicht mehr anstecken kann?

Wenn die HIV-Therapie konsequent eingehalten wird, dann ist das Risiko, HIV weiterzugeben, tatsächlich verschwindend klein. Aber es müssen Bedingungen erfüllt sein, die die HIV-positive Person genau mit dem Arzt oder der Ärztin besprechen muss. Bei neuen Bekanntschaften oder bei Gelegenheitssex bieten die Safer-Sex-Regeln sicheren Schutz vor HIV und guten Schutz vor Geschlechtskrankheiten.