Archiv Medienmitteilungen 2007
- Welt-Aids-Tag 2007 – „Work Place Policy“ für Menschen mit HIV.
- Aufruf von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey zum Welt-Aids-Tag 2007
- Der 2. Aids-Hilfe Schweiz Journalistenpreis geht an Susanna Fanzun von der Televisiun Rumantscha.
- Lea versteckt sich nicht aus Spass, sondern aus Angst vor Diskriminierung.
- "Hey Girls!" nun als "Hé les miss!" auch auf Französisch erhältlich.
- Nationalrätin Ruth Genner ist neue Präsidentin der Aids-Hilfe Schweiz
- HIV-Infektionen bei Schwulen bleiben auf hohem Niveau –
- LOVE LIFE STOP AIDS-Kampagne 2007
- Die Aids-Hilfe Schweiz sagt nein zur 5. IV-Revision.
- "Hey Girls!" jetzt erhältlich.
Welt-Aids-Tag 2007 – „Work Place Policy“ für Menschen mit HIV.
Die Aids-Hilfe Schweiz fordert die „Nicht-Diskriminierung“ von HIV-positiven ArbeitnehmerInnen. Arbeitgeberverband hat die Situation erkannt.
Positiver Schritt des Arbeitgeberverbandes
Das Bewusstsein für die Situation der HIV-Positiven am Arbeitsplatz ist in der schweizerischen Öffentlichkeit, bei den Sozialversicherungen und den Arbeitgebern noch nicht genügend entwickelt. Ein erster positiver Schritt ist die Aussage von Thomas Daum, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes:
"In der Schweiz arbeiten rund 15 000 HIV-positive Menschen; eine Ansteckung ist nicht zu befürchten. Aus Arbeitgebersicht gibt es daher keinen Grund, betroffene Menschen bei der Einstellung und Beschäftigung zu diskriminieren. Dadurch bleiben die Betroffenen im Erwerbsleben integriert, und die Sozialversicherungen beziehungsweise die Gesellschaft werden nicht mit vermeidbaren Kosten belastet."
Auch Tamara Gerber, Mitglied der Geschäftsleitung von Starbucks Schweiz, wendet sich gegen die Diskriminierung von HIV-positiven Menschen:
"Starbucks pflegt eine Firmenkultur, in welcher die Behandlung der Mitarbeiter mit Würde und Respekt zentral ist. Wir anerkennen die Vielfalt als grundlegenden Bestandteil unserer Arbeitsweise. Wichtig ist es, sich mit Freude und Leidenschaft in die tägliche Arbeit einzubringen und unseren Gästen ein erfreuliches Erlebnis zu bieten. Beides hängt von der grundsätzlichen Einstellung des Mitarbeiters ab, und nicht davon, ob jemand HIV-positiv oder negativ ist."
Rechtsberatung der Aids-Hilfe Schweiz für ArbeitnehmerInnen
Der grösste Teil der Anfragen von Menschen mit HIV/Aids an die Rechtsberatung der Aids-Hilfe Schweiz betrifft Schwierigkeiten am Arbeitsplatz. Dazu gehören Probleme mit der Pensionskasse und der Krankentaggeldversicherung, Datenschutzverletzungen, Mobbing durch Vorgesetzte oder KollegInnen oder sogar missbräuchliche Kündigungen. Dies zeigen auch die Zahlen: Waren es im Jahre 2000 noch 9% der Anfragen, welche sich mit Arbeitsrecht befassten, waren es in den Jahren 2006 und 2007 rund 40%. Das bedeutet eine Beratungsanfrage täglich. Diese Fakten machen deutlich, dass im Vergleich zu früher heute viele HIV-positive Männer und Frauen wieder ins Arbeitsleben integriert sind. Gleichzeitig stossen sie aber am Arbeitsplatz auf viele Probleme, wegen deren sie eine Beratung aufsuchen.
Befragung des Projekts P+IPS bestätigt die Aids-Hilfe Schweiz
Das Projekt P+IPS (Positive Integration Project Switzerland) des Kantonsspitals und der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen St. Gallen, führte von Mai bis Oktober 2007 eine Befragung von 60 Personalfachleuten in KMU’s und Grossunternehmen durch.
Bei den Ergebnissen war vor allem der Widerspruch zwischen den Feststellungen, „dass HIV nicht mehr generell als Krankheit angesehen wird, die zwangsläufig zu Invalidität führt “ und „dass Menschen mit HIV immer noch als ein Gesundheitsrisiko (Ansteckung!) für ihre KollegInnen am Arbeitsplatz angesehen werden“ festzustellen.
Aids-Hilfe Schweiz fordert zur aktiven Integration auf
Der Stellenwert, den die berufliche Integration und damit die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben für die Zufriedenheit und Gesundheit jedes Menschen haben, ist allgemein bekannt. Die Gefährdung der beruflichen Integration aufgrund von Stigmatisierung und Diskriminierung führt dazu, dass berufliches Können ungenutzt bleibt. Gleichzeitig werden die Sozialversicherungen durch die oft unnötige finanzielle Abhängigkeit der Betroffenen belastet. Diskriminierung kommt die Volkswirtschaft teuer zu stehen und zahlt sich nicht aus.
Die Aids-Hilfe Schweiz fordert deshalb die ArbeitgeberInnen auf, HIV-positive Menschen aktiv in den Arbeitsprozess zu integrieren und jegliche Stigmatisierung oder Diskriminierung zu vermeiden. Die Aids-Hilfe Schweiz ist gerne dabei behilflich, die nötigen Richtlinien und Massnahmen – zusammen mit den Arbeitgebern – zu erarbeiten und umzusetzen.
Aktionen und Anlässe in der ganzen Schweiz
Mit verschiedenen Aktionen in vielen Kantonen wird ab der letzten Novemberwoche der Welt-Aids-Tag vom 1. Dezember begangen. Viele Veranstaltungen der regionalen Aids-Hilfen thematisieren die Problematik von HIV/Aids in der Öffentlichkeit und stellen nationale und regionale Angebote vor. Eine Übersicht finden Sie auf www.aids.ch/d/ahs/weltaidstag.php
Weitere Informationen:
Download des Plakates
Download des Arbeitsplatzreglement (Work Place Policy)
Zu den Angeboten der Aids-Hilfe Schweiz für ArbeitnehmerInnen: www.workpositive.ch
Aufruf von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey zum Welt-Aids-Tag 2007
Nur eine solidarische Gesellschaft ist auch eine starke Gesellschaft.
Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Es ist der Tag der Solidarität mit von HIV und Aids betroffenen Menschen auf der ganzen Welt. Er soll jedoch auch daran erinnern, dass für Betroffene jeder Tag ein Aids-Tag ist. In der Schweiz sind das rund 25'000 Männer und Frauen. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Rapperswil-Jona / Sierre / Locarno.
Gemäss UNAIDS leben Ende 2006 weltweit ca. 39,5 Millionen Menschen mit HIV/Aids. Das entspricht etwa der sechsfachen Bevölkerung der Schweiz. 64 Prozent der infizierten Menschen leben in Afrika, 60 Prozent davon sind Frauen. Jedes Jahr infizieren sich neu ca. 4,3 Millionen Menschen mit dem HI-Virus. 2006 hat die Zahl der Todesopfer von HIV/Aids 2,9 Millionen erreicht. HIV/Aids ist und bleibt eine der grössten Herausforderungen für die internationale Gemeinschaft. Das internationale Engagement der Schweiz orientiert sich an den Verpflichtungserklärungen zu HIV/Aids und an den "Millenniumsentwicklungszielen" der Vereinten Nationen.
In der Schweiz kommen jeden Tag zwei Personen mit der Diagnose HIV-positiv dazu, jeden Monat sterben sechs Menschen an den Folgen von Aids. Eine Entwarnung ist fehl am Platz, eine Normalisierung noch in weiter Ferne. Das Virus kann jeden treffen: Frauen und Männer, Heterosexuelle und Homosexuelle, SchweizerInnen und AusländerInnen, Junge und Alte. Auch nach dem Beginn der Epidemie vor rund 20 Jahren hat HIV/Aids nichts von seiner Aktualität verloren.
Sicherlich sind in der reichen Schweiz – verglichen mit den Ländern des Südens oder mit Transitionsländern – sehr viel weniger Menschen von HIV/Aids betroffen und wir verfügen zudem über ein gut funktionierendes Gesundheitssystem und über wirksame Medikamenten, die das Fortschreiten der Krankheit aufhalten und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.
HIV-positiv zu sein ist aber auch hierzulande sehr schwierig. Betroffene werden von der Gesellschaft allein gelassen. Noch heute bekommen HIV-Positive am Arbeitsplatz Probleme, wenn ihre Infektion bekannt wird. Die Nebenwirkungen der Therapie können quälend sein - wie auch die alltägliche Angst vor dem Ausbruch von Aids. Beziehung und Freundschaften werden von der HIV-Infektion überschattet und können daran zerbrechen.
Nur eine solidarische Gesellschaft, die auch zu ihren schwächeren Mitgliedern schaut und die auch bereit ist globale Verantwortung zu übernehmen, ist eine starke Gesellschaft. Alle Menschen mit HIV/Aids benötigen unsere Solidarität und konkrete Unterstützung. Bei uns ist die Aids-Hilfe Schweiz, neben ihren Präventionsbemühungen, aktiv: Sie steht HIV-positiven und aidskranken Menschen und ihren Angehörigen beratend zur Seite. Und dies nicht nur am Welt-Aids-Tag.
Das Engagement der Aids-Hilfe Schweiz und der Organisationen, die sich in der internationalen Zusammenarbeit für soziale Gerechtigkeit, Aidsarbeit und Armutsbekämpfung engagieren liegt mir persönlich am Herzen und sie können auf meine Unterstützung zählen.
Micheline Calmy-Rey
Bundespräsidentin
Der 2. Aids-Hilfe Schweiz Journalistenpreis geht an Susanna Fanzun von der Televisiun Rumantscha.
Zürich, 12. November 2007. Für die Aids-Hilfe Schweiz und ihr Engagement in der Prävention und Beratung von betroffenen Menschen ist es wichtig, dass die Thematik HIV/Aids in der Schweiz in den Medien wieder präsenter wird. Heute Abend findet im Zunfthaus zur Meisen in Zürich bereits die zweite Verleihung des mit Fr. 5'000.--dotierten Journalistenpreises statt. Gewinnerin ist Susanna Fanzun von der Televisiun Romantscha für die Sendung „Giuventetgna e sexualitad“, einem Film über die Sexualität Jugendlicher in Graubünden. Der bekannte Psychoanalytiker und Kolumnist PD Dr. Peter Schneider philosophiert über Schuld und Unschuld rund um HIV und Aids.
Die Medienberichterstattung spielte und spielt eine wichtige Rolle in der Aufklärungsarbeit zum Thema HIV/Aids und beim Abbau von falschen Vorstellungen. Zusätzlich zu politischem Willen, Kampagnen, gezielter Präventionsarbeit und finanziellen Mitteln braucht es eine verantwortungsvolle, differenzierte Berichterstattung in den Schweizer Medien, die HIV und Aids als Thema vor der eigenen Haustüre setzt und mit der gebotenen Sorgfalt begleitet.
Im Siegerbeitrag haben die RedaktorInnen Stimmen und Stimmungen zum sexuellen Verhalten Jugendlicher in Graubünden gesammelt. Es ist kein didaktischer Film entstanden, aber ein wichtiger Beitrag um in den Schulen mit den Jugendlichen zu diesem Thema – und dazu gehört auch die HIV/Aids-Prävention – zu arbeiten.
Michel Danthe, der Chefredaktor des Matin Dimanche, stellte den Siegerbeitrag vor:
"Dass junge Leute die zentrale präventive Botschaft vermitteln, verleiht dem Film die frische Tonalität – und beweist auch Mut. Überraschend direkt wirkt, dass sich die Mädchen und Jungs vor der Kamera geben dürfen, wie sie nun einmal sind, quasi „unplugged“ und damit auch nicht immer ganz „politisch korrekt“.
Wo ein Opfer, da ist auch ein Täter; und wo Unschuld einem Täter zum Opfer fällt, da ist die Empörung über den Schuldigen gross."So umschrieb der bekannte Psychoanalytiker und Kolumnist PD Dr. Peter Schneider die Problematik um „Aids und seine unschuldigen Opfer.
„Giuventetgna e sexualitad“ (Real Player 25Min.)
Aids und seine (nicht mehr) unschuldigen Opfer.
Vortrag von Peter Schneider anlässlich der Verleihung des Journalistenpreises der Aids-Hilfe Schweiz
Weitere Informationen:
Thomas Lyssy
Mediensprecher der Aids-Hilfe Schweiz
Lea versteckt sich nicht aus Spass, sondern aus Angst vor Diskriminierung.
Die Aids-Hilfe Schweiz mit neuer Kampagne.
Zürich, 5. November 2007. Kinder verstecken sich gerne aus Spass am Spielen. Anders Lea: sie versteckt sich aus Angst vor Diskriminierung. Die heute 13-Jährige ist mit dem HI-Virus zur Welt gekommen. Sie ist viel alleine. Aus Angst, dass ihr Umfeld von ihrer HIV-Infektion erfährt, zieht sie sich zurück. Die Aids-Hilfe Schweiz macht mit ihrer neuen Kampagne auf die Not von HIV-positiven Menschen und ihren Angehörigen in unserem Land aufmerksam.
. In der Schweiz leben rund 25'000 Menschen mit HIV und Aids. Frauen, Männer und auch Kinder jeden Alters, wie Lea. Täglich erhalten weitere zwei Personen die Nachricht, dass sie HIV positiv sind. Die Betroffenen und ihre Angehörigen sind auf die konkrete Unterstützung der Aids-Hilfen angewiesen. Mit der heute anlaufenden Spendenkampagne sollen die dringend benötigten finanziellen Mittel für die vielfältigen Aufgaben der Aids-Hilfe Schweiz beschafft werden.
Menschen mit HIV/Aids und ihre Angehörigen brauchen unsere Solidarität und konkrete Unterstützung. Hier hilft die Aids-Hilfe Schweiz: Sie steht HIV-positiven und aidskranken Menschen, aber auch deren Angehörigen und Begleitenden beratend zur Seite. Sie ruft zur Solidarität mit HIV-positiven Menschen auf und setzt sich auf verschiedenen Ebenen für deren Anliegen ein. In Notsituationen kann die Aids-Hilfe Schweiz finanzielle Unterstützung gewähren. Und auch psychosoziale Begleitung vor Ort, eine Rechtsberatung, spezielle Weiterbildungsangebote wie Jobcoaching und unabhängige Information sind nur dank Spenden aus der breiten Bevölkerung möglich.
Die neue Kampagne ist ab sofort in grösseren Schweizer Städten zu sehen.
Plakatsujets zum herunterladen:
Für Zeitschriften
Für Zeitungen
Spendenkonto der Aids-Hilfe Schweiz: 30-10900-5.
Weitere Informationen:
Thomas Lyssy
Mediensprecher der Aids-Hilfe Schweiz
"Hey Girls!" nun als "Hé les miss!" auch auf Französisch erhältlich.
"Hey Girls!", die äusserst erfolgreiche Broschüre der Aids-Hilfe Schweiz und des Bundesamtes für Gesundheit ist nun auch auf Französisch als "Hé les miss!" erhältlich. Sie soll junge Frauen auf ihrem Weg zu einer selbstbestimmten, verantwortungsbewussten und lustvollen Sexualität begleiten. Direkt und leicht verständlich klärt die Gratispublikation die jungen Frauen über die Risiken rund um HIV/Aids und weitere sexuell übertragbare Krankheiten auf.
Die Broschüre "Hé les miss!"ist informativ und leicht verständlich. Mädchen und junge Frauen von 12 bis 17 Jahren finden darin eine Vielfalt von Themen, die sie in diesem Alter beschäftigen: Pubertät und die körperlichen Veränderungen, die erste Liebe und der erste Sex, Schwangerschaftsverhütung sowie Schutz vor HIV/Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Auch die Themen Selbstbewusstsein, Gewalt, Drogen, sexuelle Orientierung und Fremdsein werden aufgegriffen.
Die Broschüre ist in einer klaren, direkten Sprache getextet und richtet sich visuell an die internetgewohnte Jugend. Der modulare Aufbau erlaubt es den Leserinnen, jederzeit in die Textbausteine ein- oder auszusteigen. Die Übersetzung wurde in Zusammenarbeit mit PLANeS, der Schweizerischen Stiftung für die sexuelle und reproduktive Gesundheit in Lausanne, erstellt. Dies garantiert auch eine zielgruppengerechte Sprachadaption.
"Hé les miss!", 44 Seiten, A4, 4-farbig ist kostenlos zu bestellen unter:
Telefon 044 447 11 13 oder www.shop.aids.ch
Download (630KB)
Weitere Informationen:
Thomas Lyssy
Mediensprecher der Aids-Hilfe Schweiz
Nationalrätin Ruth Genner ist neue Präsidentin der Aids-Hilfe Schweiz
Bern, 2. Juni 2007. An ihrer heutigen Generalversammlung haben die Mitglieder der Aids-Hilfe Schweiz Nationalrätin Ruth Genner zur Präsidentin gewählt. Sie löst Daniel Gredig ab, der das Amt 10 Jahre inne hatte.
Die 51jährige Politikerin ist seit 2006 Vizepräsidentin der Aids-Hilfe Schweiz. Mit ihr steht eine profilierte und engagierte Persönlichkeit an der Spitze des Verbands, die insbesondere die politische Vernetzung der Aids-Hilfe Schweiz zu stärken. Dass dies immer noch nötig ist, zeigen die Zahlen deutlich:
In der Schweiz leben rund 22'000 Männer und Frauen mit HIV. Jeden Tag kommen zwei Personen mit einer positiven Diagnose dazu, jeden Monat sterben sechs Menschen an den Folgen von Aids. Eine Entwarnung ist fehl am Platz, eine Normalisierung noch in weiter Ferne.
Ruth Genner betonte in ihrer Antrittsrede, das vordringliche Ziel sei nach wie vor die Prävention – vermehrt eingebettet im Themenfeld der sexuellen Gesundheit. Als Verband werde sich die Aids-Hilfe Schweiz aber künftig auch spezifischer mit Fragen der Betroffenen auseinandersetzen, um hier die notwendige Unterstützung zu leisten. Ihre Sorge gilt im übrigen seit längerer Zeit den knapperen Mitteln – da insbesondere der Bund beim Thema HIV/Aids die Budgets gekürzt hat.
Die Aids-Hilfe Schweiz ist der Dachverband der 22 kantonalen und regionalen Aids-Hilfen sowie weiterer 39 im HIV/Aids-Bereich tätigen oder engagierten Organisationen. Seit über 20 Jahren setzt sie sich einerseits für die Verhinderung neuer HIV-Infektionen, andererseits aber auch für die Verbesserung der Lebensqualität von Betroffenen ein.
Weitere Informationen:
Über die Aids-Hilfe Schweiz finden Sie unter www.aids.ch oder kontaktieren Sie
Thomas Lyssy
Mediensprecher der Aids-Hilfe Schweiz
HIV-Infektionen bei Schwulen bleiben auf hohem Niveau –
Zürich, 30. April 2007. Die Zahl der HIV-Neudiagnosen bei schwulen und bisexuellen Männern im ersten Quartal ist weniger gross als im Vorjahr. Nach drei Monaten von einer Trendwende zu sprechen ist aber zu früh. Die Aids-Hilfe Schweiz warnt vor einer Vernachlässigung der Safer-Sex-Regeln und fordert Männer, die Sex mit Männern haben, dazu auf, die Verantwortung für ihre Gesundheit und die ihrer Partner wahrzunehmen. Nur so ist der Trend definitiv umzukehren. Seit 2004 haben in dieser Bevölkerungsgruppe die HIV-Infektionen kontinuierlich zugenommen, eine Tendenz, die sich auch in den meisten anderen westlichen Ländern beobachten liess. Es kann keine Entwarnung gegeben werden
Im ersten Quartal dieses Jahres wurden 58 neue HIV-Infektionen bei schwulen und bisexuellen Männern festgestellt. Das sind weniger als in der Vergleichsperiode 2006. Von einer Trendwende kann nach 3 Monaten aber noch nicht gesprochen werden. Experten gehen davon aus, dass in der Schweiz jeder zehnte Schwule HIV positiv ist. Nach über 20 Jahren des Engagements gegen Aids scheint sich ein Teil der Homosexuellen weniger vorsichtig zu verhalten als früher.
Die Aids-Hilfe Schweiz hat – in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit – schon im Herbst 2006 mit einer Plakatkampagne für Saunas und Klubs reagiert. Sie macht sichtbar, wie viele schwule Männer tatsächlich HIV-positiv sind und appelliert an die eigene Verantwortung, sich vor dem HI-Virus mit Safer Sex konsequent zu schützen.
Andere Massnahmen zur Prävention bei schwulen Männern sind Aktivitäten im Internet (www.drgay.ch oder www.bist-du-sicher.ch), die beiden Beratungs- und Testzentren Checkpoint in Zürich und Genf oder das umfassende Broschürenangebot der Aids-Hilfe Schweiz (www.shop.aids.ch). In den Regionen setzen die Aids-Hilfen auf Präventionsarbeit vor Ort durch sogenannte Outreachworker. Es handelt sich dabei um schwule Männer, die in den lokalen Szenen verankert sind und die Bedürfnisse und Strukturen aus erster Hand kennen. Dies garantiert eine zielgruppennahe und auf hohe Akzeptanz stossende Arbeit.
Weitere Informationen:
Thomas Lyssy
Mediensprecher der Aids-Hilfe Schweiz
LOVE LIFE STOP AIDS-Kampagne 2007
Falls die Vergangenheit die Beziehung stört: check-your-lovelife.ch
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) lanciert heute zusammen mit der Aids-Hilfe Schweiz (AHS) eine neue LOVE LIFE STOP AIDS-Kampagne. Mit dem Slogan "Falls die Vergangenheit Ihre Beziehung stört" wird daran erinnert, dass zum Leben auch eine sexuelle Vergangenheit gehört, welche nicht ignoriert werden darf. Zum ersten Mal wird auch der HIV-Test thematisiert.
Die Kampagne 2007 zeigt in ihren Sujets die Präsenz dieser vergangenen Beziehungen auf. Verschiedene Paare werden in häuslichen Situationen wie im Schlaf- oder Badezimmer gezeigt. Aber sie sind nicht alleine, sondern umgeben von früheren Partnern oder Partnerinnen. Für die aktuelle Beziehung spielt die Vergangenheit, auch die sexuelle, eine Rolle. Damit Vergangenes eine neue Beziehung nicht stört, schützen sich beide Partner in der ersten Zeit mit Präservativen. Dauert die Beziehung lange genug und wird gegenseitige Treue gelebt, ermöglicht ein gemeinsamer Bilanztest, ein allfälliges HIV-Risiko auszuschliessen.
check-your-lovelife.ch
Auch Personen, die keine neue Beziehung eingehen wollen, kann die sexuelle Vergangenheit und ein damit verbundenes HIV-Risiko interessieren. Wer herausfinden will, ob und wann ein Test sinnvoll ist, findet unter www.check-your-lovelife.ch Beratung und einen wissenschaftlich fundierten Fragebogen zum eigenen Verhalten. Zudem werden Adressen empfohlen, wo ein solcher Test durchgeführt werden kann.
Das erste Mal wird der HIV-Test Gegenstand der Kampagne
Es ist das erste Mal in der Geschichte der Aids-Kampagne, dass der Test selber zum Thema wird. Damit wird ein Schritt für einen unverkrampften Umgang mit dem HIV-Test getan: Wer sich in riskanter Umgebung, d.h. in einer Gruppe, in welcher der Anteil von HIV-Positiven hoch ist, riskant verhalten hat, wird zum Test bei einer spezialisierten Teststelle motiviert. Alle anderen können mit check-your-lovelife.ch herausfinden, ob es sinnvoll ist, den Test beim Hausarzt oder bei einer Teststelle zu machen. Auf der Homepage ist – unabhängig vom Interesse an einem HIV-Test – „alles zu erfahren, was man über Sex schon immer wissen wollte“.
Der HIV-Test leistet einen Beitrag zur Aidsprävention
Der Test erfolgt nach wie vor freiwillig und vertraulich und soll – mit Unterstützung einer guten Beratung – einen Beitrag an die HIV-Prävention leisten. Dank Schnelltests sind Beratung und Testung im Rahmen einer einzigen Konsultation möglich.
Für weitere Informationen:
Zum Thema Aids: Bundesamt für Gesundheit, Roger Staub, Leiter Sektion Aids, Tel 031 322 95 05
Zum Thema Kampagne: Bundesamt für Gesundheit, Adrian Kammer, Leiter Sektion Kampagnen, Tel. 031 322 95 05
Informationen zur neuen Internetseite:www.check-your-lovelife.ch
Bilder und Informationen zur neuen LOVE LIFE STOP AIDS-Kampagne: www.lovelife.ch
Die Aids-Hilfe Schweiz sagt nein zur 5. IV-Revision.
Zürich, 29. März 2007. Die Aids-Hilfe Schweiz lehnt die Gesetzesrevision zur Invalidenversicherung ab, über die am 17. Juni abgestimmt wird. Die Aids-Hilfe Schweiz ist überzeugt, dass die Annahme der IV-Revision einen Abbau bei den Sozialversicherungen bedeutet und damit die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft, nämlich Kranke und Behinderte, weiter ins Abseits drängt. Die politische Debatte rund um die Revision zeigt in beängstigender Weise die fortschreitende Entsolidarisierung in der Schweizer Gesellschaft.Die Aids-Hilfe Schweiz befürwortet den Grundsatz „Eingliederung vor Rente“. Richtig angewendet, könnten die vorgeschlagenen Eingliederungsbemühungen tatsächlich dazu beitragen, dass die Erwerbstätigkeit weitgehend beibehalten werden kann. Eine der Grundvoraussetzungen für den Erfolg dieses Modells aber – die verbindliche Verpflichtungen der arbeitgebenden Seite – fehlt völlig. Was bleibt, sind die drastischen Einschränkungen beim Zugang zur IV-Rente, die Verschärfung der Zumutbarkeitsklausel und eine geplante Lockerung beim Datenschutz, welche für HIV-positive ArbeitnehmerInnen besonders bedenklich ist. Damit ist die vorliegende Revision in eine inakzeptable Schieflage geraten.
Die Aids-Hilfe Schweiz hat sich bisher – wie auch andere Patientenorganisationen – mit einem Nein zur 5. IV-Revision zurückgehalten, da sie die dringend benötigte Zusatzfinanzierung nicht gefährden wollte. Nach dem kaum nachvollziehbaren Entscheid des Nationalrats von letzter Woche ist diese Zusatzfinanzierung gefährdet.
Deshalb empfiehlt die Aids-Hilfe Schweiz die 5. IV-Revision zur Ablehnung und setzt ein klares Zeichen gegen den weiteren Abbau unserer Sozialwerke.
Weitere Informationen:
Thomas Lyssy
Mediensprecher der Aids-Hilfe Schweiz
"Hey Girls!" jetzt erhältlich.
"Hey Girls!"ist eine neue Broschüre der
Aids-Hilfe Schweiz und des BAG, die junge Frauen auf ihrem Weg zu einer
selbstbestimmten, verantwortungsbewussten und lustvollen Sexualität begleiten
soll. Direkt und leicht verständlich klärt die Gratispublikation die jungen
Frauen über die Risiken rund um HIV/Aids und weitere sexuell übertragbare
Krankheiten auf. Die Broschüre ist in Deutsch ab sofort erhältlich, die
französische Version ist voraussichtlich ab Winter 2007 verfügbar.
Die Broschüre "Hey Girls!" ist informativ
und leicht verständlich. Mädchen und junge Frauen von 12 bis 17 Jahren finden
darin eine Vielfalt von Themen, die sie in diesem Alter beschäftigen: Pubertät
und die körperlichen Veränderungen, die erste Liebe und der erste Sex,
Schwangerschaftsverhütung sowie Schutz vor HIV/Aids und anderen sexuell
übertragbaren Krankheiten. Auch die Themen Selbstbewusstsein, Gewalt, Drogen,
sexuelle Orientierung und Fremdsein werden aufgegriffen.
Die Broschüre ist in einer klaren, direkten
Sprache getextet und richtet sich visuell an die internetgewohnte Jugend. Der
modulare Aufbau erlaubt es den Leserinnen, jederzeit in die Textbausteine ein-
oder auszusteigen.
"Hey Girls!", 44 Seiten, A4, 4-farbig ist kostenlos zu bestellen unter:
Telefon 044 447 11 13 oder www.shop.aids.ch

Weitere Informationen:
Thomas LyssyMediensprecher der Aids-Hilfe Schweiz

