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Überblick

Zur Behandlung einer HIV-Infektion gibt es heute mehr als 20 sogenannte antiretrovirale Medikamente. Standardmässig werden bei einer antiretroviralen Therapie (ART) gegen HIV drei Wirkstoffe aus mehreren Medikamentenklassen kombiniert, man nennt sie deshalb auch Kombinationstherapie. Siehe auch unter HIV-Medikamente.

Die HIV-Therapie kann das Virus nicht vollständig aus dem Körper entfernen, verhindert aber weitgehend seine Vermehrung. Das bringt viele Vorteile:
  • Aids bricht nicht aus.
  • Das Immunsystem wird entlastet und erholt sich.
  • Man ist unter gewissen Bedingungen sexuell nicht mehr infektiös (was unter anderem eine natürliche Empfängnis und Geburt ermöglicht).
  • Die Lebenserwartung und Lebensqualität steigt deutlich.

Ärztliche Betreuung

Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist eine gute ärztliche Betreuung. Nur SpezialistInnen können z.B. den optimalen Zeitpunkt für den Beginn der Therapie oder die geeignete Medikamentenkombination bestimmen.
Die regionalen Aids-Hilfen geben Auskunft, welche Ärzte bzw. Ärztinnen in der Region auf HIV spezialisiert sind.

Therapietreue

Die HIV-Therapie dauert in der Regel ein Leben lang. Zudem müssen die Medikamente sehr konsequent und zum richtigen Zeitpunkt eingenommen werden (Therapietreue). Mangelhafte Therapietreue beeinträchtigt die Wirksamkeit der Medikamente stark und kann zu HIV-Resistenzen führen (siehe auch unter Therapietreue).

Nebenwirkungen
Bei allen bisher bekannten Medikamenten gegen HIV können Nebenwirkungen auftreten. Diese sind meistens mild. In wenigen Fällen aber muss die Therapie mit einem Medikament wegen schweren Nebenwirkungen abgebrochen werden. In einem solchen Fall ersetzt der Arzt / die Ärztin das Medikament durch ein anderes. Dank den vielen vorhandenen Medikamenten findet sich fast immer eine verträgliche Kombination.

Wechselwirkungen

Zwischen Medikamenten der HIV-Therapie selbst und zwischen der HIV-Therapie und weiteren Medikamenten, Drogen, pflanzlichen Extrakten etc. kommt es relativ oft zu Wechselwirkungen. Das kann dazu führen, dass sowohl das Medikament gegen HIV wie auch der andere Wirkstoff nicht mehr richtig wirken.
Es ist deshalb ratsam, den Arzt oder die Ärztin über alle eingenommenen Substanzen zu informieren, inklusive illegaler Drogen und pflanzlicher Extrakte.