Lebensversicherung
Der Aids-Hilfe Schweiz (AHS) wurde berichtet, dass es in einzelnen
Fällen trotzdem individuelle Versicherungslösungen geben soll. Bisher
konnte die AHS diese Aussage aber weder bestätigen noch verneinen.
Individuelle Lösungen hängen vom konkreten Gesundheitszustand sowie
weiteren Faktoren der betreffenden Person ab. Es kann sich also lohnen,
einen Versicherungsantrag zu stellen; allzu grosse Hoffnungen sollte
man sich aber nicht machen.
Veraltete Sichtweise
Der Ausschluss von HIV-Positiven aus der Lebensversicherung wird
damit begründet, dass sie eine sehr tiefe Lebenserwartung haben. Dieses
Argument stimmt heute aber nicht mehr. Bereits vor einigen Jahren hat
die Eidgenössische Kommission für Aidsfragen (EKAF) festgestellt, dass
es nicht mehr gerechtfertigt ist, alle Menschen mit HIV von der
Lebensversicherung auszuschliessen. Denn HIV-Patientinnen und
-Patienten, die unter erfolgreicher Therapie stehen und die nicht
gleichzeitig mit Hepatitis C infiziert sind (siehe HIV und Hepatitis), haben
heute eine viel höhere Lebenserwartung als früher.
Besonders stossend an der aktuellen Situation ist, dass Leute mit
vergleichbarer Lebenserwartung (z.B. Patientinnen und Patienten mit
geheiltem Krebs) problemlos eine Lebensversicherung abschliessen
können. Der Ausschluss aufgrund des willkürlich gewählten Kriteriums
HIV-Status ist deshalb diskriminierend.
Lösungssuche im Dialog mit Versicherungen
Die Aids-Hilfe Schweiz führt aktuell Gespräche mit verschiedenen
Versicherungen, um eine Lösung zu finden. Es geht darum, den
Versicherungen aufgrund der wissenschaftlichen Fakten zu zeigen, dass
es heute keine Gründe mehr gibt, HIV-positive Menschen generell von der
Lebensversicherung auszuschliessen. Vielmehr stellt sich die Frage,
welche Kriterien für einen Vertragsabschluss erfüllt sein müssen.
Wir hoffen, an dieser Stelle bald darüber informieren zu können, welche Versicherungen zu welchen Konditionen eine Lebensversicherung für HIV-positive Menschen anbieten.




