HIV und Tuberkulose
Nur die wenigsten Menschen, die mit Tuberkulose-Bakterien in Kontakt kommen, erkranken auch. Tuberkulose bricht vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem aus. HIV-positive Menschen sind besonders gefährdet. Weltweit ist die Tuberkulose die häufigste Todesursache bei HIV-Infizierten. Wenn jedoch geeignete Therapien zur Verfügung stehen – wie dies in der Schweiz der Fall ist – kann Tuberkulose bei Menschen mit HIV in der Regel gut behandelt werden. Es gibt auch einige Arten von Tuberkulose-Bakterien, bei denen die gebräuchlichen Tuberkulose-Medikamente nicht wirken. In diesem Fall ist die Behandlung komplizierter und der Erfolg nicht immer gegeben.
Verlauf ohne Behandlung
HIV-Positive haben nicht nur ein viel höheres Risiko als HIV-Negative, dass Tuberkulose ausbricht, die Krankheit verläuft auch schwerer. Tuberkulose-Bakterien schädigen die Organe, die sie befallen, bis hin zum totalen Ausfall. Im schlimmsten Fall führt Tuberkulose zum Tod. Umgekehrt beschleunigt der Ausbruch von Tuberkulose den Verlauf der HIV-Infektion: HIV vermehrt sich schneller und belastet so das Immunsystem stärker.
Therapie
Die Tuberkulose wird mit Antibiotika behandelt. Es kommen mehrere Medikamente zum Einsatz. In der Regel dauert die Behandlung mindestens 6 Monate.
Die Tuberkulose-Therapie kann gleichzeitig mit der HIV-Therapie gemacht werden. Bei der Auswahl der Medikamente ist allerdings besondere Vorsicht geboten, da sich gewisse HIV- und Tuberkulose-Medikamente gegenseitig beeinflussen. Das kann zu mehr und stärkeren Nebenwirkungen führen. Zudem stellt eine gleichzeitige Therapie der HIV-Infektion und der Tuberkulose hohe Anforderungen an die PatientInnen: Sie müssen eine ganze Reihe von Medikamenten über längere Zeit korrekt und konsequent einnehmen (siehe auch Therapietreue).




