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HIV und Ihre Nieren

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HIV and Your Body
Die folgenden Informationen stammen aus dem PatientInnen-Programm «HIV and Your Body», das von GILEAD initiiert wurde. Die Aids-Hilfe Schweiz veröffentlicht diese Materialien auf ihrer Website, weil sie von deren Qualität überzeugt ist. Es handelt sich dabei aber um keine von der Aids-Hilfe Schweiz mit produzierten Materialien.

Weitere ausführliche Informationen:

HIV und Ihre Nieren (PDF 417 KB)

HIV und Ihre Nieren



Warum sollte ich über meine Nieren Bescheid wissen?

HIV kann Ihre Nieren beeinträchtigen und manchmal zu Nierenerkrankungen führen. Es ist möglich, dass einige Medikamente für Ihre Nieren schädlich sind. Risikofaktoren für Herzkrankheiten, wie hohes Cholesterin, Rauchen, hoher Blutdruck oder Diabetes (Zuckerkrankheit), können ebenfalls die Nierenfunktion beeinträchtigen. Mit der Zeit ist Ihre Nierenfunktion eventuell eingeschränkt, was gelegentlich zu terminalem Nierenversagen (ESRD, End-Stage Renal Disease) oder Nierenausfall führen kann. Falls einer dieser Fälle eintritt, benötigen Sie unter Umständen eine Nierendialyse oder ein Nierentransplantat.

Symptome einer Nierenerkrankung zu erkennen und Schritte zur Prävention zu unternehmen, werden Ihnen helfen, länger gesund zu bleiben.

Welche Funktion haben meine Nieren?

Die Hauptfunktion der Nieren besteht darin, Abfallprodukte und überschüssiges Natrium und Wasser aus Ihrem Blut zu filtern. Sie regulieren damit den Mineralstoff- und Wasserhaushalt im Körper. Sie nehmen auf, was Ihr Körper braucht und scheiden den Rest anschließend als Urin aus. Wenn Sie an einer Nierenerkrankung leiden, erfüllen Ihre Nieren diese Funktion nur unzureichend, und es sammeln sich Abfallstoffe in Ihrem Blut an. In Folge können Sie sich krank fühlen. Vor allem aber kann dies zu hohem Blutdruck, Anämie (niedriges Hämoglobin, das Sauerstoff im Blut transportiert), schwachen Knochen, Nervenschädigungen oder einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Wie kann ich Nierenprobleme vermeiden?

Es gibt Schritte, die Sie unternehmen können, zum Beispiel:
  • Das Rauchen aufgeben
  • Ausreichend Wasser trinken
  • Medikamente vermeiden, die die Nieren schädigen
  • Ihre Herzfunktion durch sportliche Betätigung und durch Senkung des Cholesterinspiegels verbessern
  • Hohen Blutdruck behandeln lassen
  • Abnehmen, wenn Sie übergewichtig sind
Essen Sie weniger Proteine und Salz. So lassen sich der Fortschritt einer chronischen Nierenkrankheit verlangsamen, Flüssigkeitsansammlungen vermeiden und hoher Blutdruck kontrollieren.

Sollten Sie an einer Nierenerkrankung im späten Stadium leiden, kann Ihr Arzt / Ihre Ärztin Ihnen empfehlen, weniger zu trinken. Außerdem empfiehlt er / sie Ihnen vielleicht Ihre Kaliumzufuhr einzuschränken (d.h. die Vermeidung von Bananen, Nüssen, Kartoffeln usw.), weil eine kranke Niere nicht in der Lage ist, Kalium zu filtern.

Welche Risikofaktoren für Nierenkrankheiten gibt es?

HIV ist insbesondere dann ein Risikofaktor, wenn Sie eine hohe Viruslast haben oder afrikanischer Herkunft sind. Außerdem können weitere Risikofaktoren auf Sie zutreffen wie zum Beispiel eine Erkrankung an Diabetes (kann ebenfalls durch HIV verursacht werden), hoher Blutdruck, hohes Alter oder die Einnahme bestimmter antiretroviraler oder anderer Medikamente (einige entzündungshemmende Medikamente und Schmerzmittel). Nierenprobleme im Zusammenhang mit HIV werden als HIVAN (HIV-assoziierte Nephropathie) bezeichnet.

Welche Arten von Nierenschäden gibt es?

Viele Faktoren können Ihre Nieren schädigen. Zu den häufigsten zählen ein hohes Alter, Diabetes und hoher Blutdruck, zusammen mit anderen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Medikamente wie Schmerzmittel können zu Nierenversagen führen. Abhängig von der Wirkungsweise schädigen die Medikamente unter Umständen die Filterseite (Glomerulus) und/oder die Reabsorptionsseite (Tubulus) der Nieren.

In seltenen Fällen tritt ein akutes Nierenversagen ein: In diesem Fall gibt die Niere ihre Filterfunktion vollständig auf. Dies kann durch eine schlechte Blutversorgung der Nieren, eine schwere Bakterieninfektion oder Stoffe ausgelöst werden, die für Ihre Nieren giftig sind (renale Toxizität).

Hoher Blutdruck kann die Blutgefäße in Ihren Nieren beschädigen. Zu viel Zucker (Glukose) in Ihrem Blut wirkt sich ebenfalls oft schädlich aus; ein Problem, das mit Diabetes (Zuckerkrankheit) zusammenhängt und medizinisch „diabetische Nephropathie“ genannt wird. Einige antiretrovirale Medikamente können den Diabetes verschlimmern, insbesondere Proteaseinhibitoren. Von anderen Medikamenten ist bekannt, dass sie bei einigen PatientInnen giftig für die Niere sind, weil sie Teile des Organs schädigen.

Wie wird eine Nierenkrankheit festgestellt?

Nierenerkrankungen sind schwierig festzustellen. Wenn Sie häufig oder selten urinieren müssen, oder wenn Ihr Urin eine veränderte Farbe hat, kann dies auf Nierenprobleme hinweisen. Diese Symptome zeigen sich aber normalerweise erst im späten Stadium von Nierenerkrankungen.

Eine Untersuchung Ihres Urins mit einem einfachen Teststreifen kann viel früher Veränderungen anzeigen. Dabei wird untersucht, ob Ihre Urinprobe ganz bestimmte Stoffe enthält (Glukose, Blut, Protein, Ketone, Bilirubin, Leukozyten), die hier nicht vorkommen sollten. Dann können weitere Tests durchgeführt werden, um die Art der Erkrankung einzugrenzen.

Können Nierenkrankheiten behandelt werden?

Chronische Nierenerkrankungen können nicht geheilt, aber behandelt werden. Das Ziel der Behandlung ist es, den Fortschritt der Krankheit zu verlangsamen, die Ursachen und mögliche Komplikationen zu behandeln und die verlorene Nierenfunktion zu ersetzen. Es ist wichtig, alle potenziell nierengefährdenden (nephrotoxischen) Medikamente zu vermeiden bzw. zu reduzieren.

Falls Sie Diabetiker / Diabetikerin sind, kann der Blutzucker kontrolliert werden. Wenn Sie an Hypertonie leiden, lässt sich ein hoher Blutdruck senken. Die Ernährung stellt einen weiteren wichtigen Bestandteil der Krankheitsbehandlung dar.

Komplikationen von Nierenerkrankungen wie Flüssigkeitsretention, Anämie, Knochenkrankheiten und Azidose, die zum Zersetzen von Proteinen, zu Entzündungen und Knochenkrankheiten führen kann, müssen unter Umständen ebenfalls behandelt werden.

Fragen, die Sie Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin stellen sollten:

  • Haben Sie meine Nierenfunktion geprüft?
  • Sollte ich einen Urintest machen?
  • Brauche ich weitere Tests (z. B. eine Blutuntersuchung)?
  • Wie kann ich generell auf meine Nieren achten?
  • Könnte meine momentane Behandlung verbessert oder geändert werden?

Titelbild der Broschüre \"Ihre körperlichen Untersuchungen\"

Weitere Broschüre von "HIV and Your Body":

Ihre körperlichen Untersuchungen
(PDF 558KB)
Anfangsuntersuchungen und regelmäßige Folgeuntersuchungen
Dieses Heft beschreibt eine Reihe von Labortests und klinischen Untersuchungen.


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