Risiko und Schutz
Zusammensein ohne Übertragungsrisiko
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich ohne jede Gefahr einer Übertragung des HI-Virus nahe zu sein:
- Streicheln, Kuscheln, Knuddeln
- Petting: Einander mit den Händen verwöhnen
- Küssen – auch intensives Zungenküssen
In anderen Situationen können einfache und effektive Schutzmassnahmen eine HIV-Übertragung verhindern:
- Safer Sex: Beim Anal- und Vaginalverkehr immer ein Präservativ verwenden; beim Oralverkehr vermeiden, dass Sperma und Blut in den Mund kommen, und beides im Falle einer Panne nicht schlucken. Safer Sex verringert auch das Risiko, sich mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) anzustecken.
- Wirksame ART: Wenn die antiretrovirale Therapie (ART) seit mehr als sechs Monaten so gut wirkt, dass im Blut keine Viren mehr nachgewiesen werden können, ihre Wirkung von einem Arzt, einer Ärztin regelmässig kontrolliert wird, und keine andere sexuell übertragbare Infektion vorhanden ist, ist eine HIV-Übertragung über Sexualkontakte praktisch ausgeschlossen (siehe Unter Therapie).
- Serosorting: Menschen mit HIV/Aids suchen gezielt nach einem Partner, einer Partnerin, der bzw. die ebenfalls HIV-positiv ist. Durch Serosorting entfällt die Angst vor der Übertragung von HIV, aber es besteht kein Schutz vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Die Wahrscheinlichkeit, sich zusätzlich mit einem zweiten Virusstamm zu infizieren, ist verschwindend klein.
- Safer Use: Falls Drogen intravenös konsumiert werden, nie Spritzbesteck und Zubehör gemeinsam benutzen.
Wer muss wen wovor schützen?
In einer stabilen serodifferenten Paarbeziehung sollen beide zusammen entscheiden, wie sie eine HIV-Übertragung innerhalb der Beziehung verhindern wollen – mit Safer Sex oder mit einer wirksamen, konsequent durchgeführten und kontrollierten ART (nach gemeinsamer ärztlicher Beratung). Zusätzlich muss besprochen werden, wie beide vermeiden können, mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) in Kontakt zu kommen.
Unter Gelegenheitspartnern und –partnerinnen sollte immer Safer Sex praktiziert werden, da das Risiko besteht, einerseits das HI-Virus zu übertragen und andererseits, sich mit einer anderen STI zu infizieren (mehr zum Thema STI und deren möglichen Folgen finden Sie unter HIV und STI).
Grundsätzlich gilt in dieser Situation: Jeder / jede ist selbst dafür verantwortlich, sich vor einer HIV-Übertragung zu schützen. Leider sieht das die Schweizer Rechtsprechung nicht so (siehe Strafrecht). Nach ihr machen sich Menschen mit HIV/Aids strafbar, wenn sie das Gegenüber nicht mit einem Präservativ vor einer Übertragung schützen – und dies auch bei Gelegenheitskontakten.
Allerdings wurde die wirksame antiretrovirale Therapie 2009 von einem Gericht erstmalig als ausreichender Schutz anerkannt.




