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Kondome

 

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Schützt ein Kondom wirklich ausreichend vor einer HIV-Infektion?

Ein Kondom bietet, solange es nicht reisst oder abrutscht, bei eindringendem Geschlechtsverkehr ausgezeichneten Schutz vor einer Infektion mit dem HI-Virus, dem Auslöser von Aids. Die Aids-Hilfen empfehlen Markenprodukte mit dem ok-Gütesiegel. Achten Sie bei der Verwendung von Kondomen auf folgende Punkte:
  • Verpackung sorgfältig öffnen
  • richtige Grösse (es sind verschiedene Grössen erhältlich!)
  • sorgfältige Lagerung, Verfalldatum
  • korrektes Abrollen
  • nur wasserlösliche oder silikonbasierte Gleitmittel verwenden, auf keinen Fall fetthaltige Substanzen wie Vaseline, Körperlotionen, Butter, Öle usw.
  • beim Rausziehen Kondom am Gliedansatz festhalten

Das einzige Risiko beim Gebrauch geprüfter Kondome ist Kondomversagen – und dieses ist (fast) immer auf nicht sachgemässe Anwendung zurückzuführen.

Was bedeutet ein Kondomversagen für das HIV-Übertragungsrisiko?

Wenn ein Kondom während des Verkehrs abrutscht oder reisst, bietet es keinen Schutz mehr. Deshalb bedeutet Kondomversagen – gleich wie ungeschützter Verkehr – ein HIV-Infektionsrisiko.
Kondomversagen bei qualitätsgeprüften Kondomen ist fast immer auf nicht sachgemässe Verwendung zurückzuführen. Sorgfalt bei der Auswahl und der Lagerung, beim Aufreissen und Montieren lohnt sich. Keine fetthaltigen Gleitmittel verwenden. Und beim Rausziehen das Kondom am Gliedansatz festhalten.

Gibt es ein Restrisiko, wenn über die Hände Spuren von Vaginalsekret oder Sperma an die Aussenseite des Kondoms gelangt?

Dazu gibt es keine Studien. Nach menschlichem Ermessen ist eine HIV-Infektion auf diesem Weg aber nicht anzunehmen.
Wer sich an die einfachen Regeln des Safer Sex hält, muss sich beim Sex über weitere theoretisch denkbare HIV-Übertragungswege keine Gedanken machen.

Ich will, dass mein Partner ein Präservativ benutzt. Wie setze ich mich durch?

Teilen Sie Ihrem Partner von Anfang an mit, dass Sie nur mit Präservativ mit ihm schlafen. Warten Sie damit nicht, bis Ihnen beiden die Sinne schwinden ... Denn wer sollte sich besser um Ihren Schutz kümmern als Sie selbst? Wenn er das Präservativ ablehnt, bleibt Ihnen die Möglichkeit, NEIN zu sagen! Um den Präservativgebrauch durchzusetzen, braucht es oft Mut und Selbstvertrauen. Ihre regionale Aids-Hilfe unterstützt und berät Sie gerne.

Wenn ich ein Kondom benützen muss, läuft bei mir gar nichts mehr. Was kann ich tun?

Vielleicht gehören Sie zu jenen Männern, die den Gebrauch eines Kondoms als störend oder als lustfeindlich empfinden. Oder Sie haben Angst, Ihre Erektion zu verlieren. Kondome bieten aber nach wie vor den einzigen wirksamen Schutz vor einer HIV-Infektion.
Entdecken Sie die spielerische Seite des Kondomgebrauchs: Es kann hilfreich sein, wenn Sie die Benützung eines Kondoms zuerst selber üben. Sie können dann die gemeinsame "Montage" zu einem lustvollen Teil des Vorspiels machen. Suchen Sie das für Sie passende Kondom, das geprüft sein sollte.
Die Aids-Hilfen empfehlen Kondome mit dem ok-Gütesiegel. Beachten Sie die Gebrauchsanleitung und das Verfalldatum.

Ich vertrage Kondome nicht. Ich habe eine Latex-Allergie. Was kann ich tun?

Die in der Schweiz erhältlichen Kondome sind in der Regel aus Naturkautschuk (Latex) hergestellt. Wenn Sie wissen, dass Sie eine Latex-Allergie haben, oder dies befürchten (lokaler Juckreiz, Brennen oder Schmerzen), können Sie Kondome aus Duron (Polyurethan) (z.B. Avanti oder Ceylor). Auch das Kondom für die Frau, das Femidom, ist latex-frei. Fragen Sie im Fachhandel, z.B. in Condomerias oder in Apotheken, nach den entsprechenden Produkten.
Lassen Sie die Symptome einer allfälligen Latex-Überempfindlichkeits-Reaktion ausheilen, bevor Sie auf Polyurethan-Kondome wechseln.

Vielfach ist es jedoch nicht das Latex, welches Beschwerden verursacht. Etwa 90% aller allergischen Reaktionen im Genitalbereich werden von spermizidbeschichteten Kondomen ausgelöst, die den Wirkstoff Nonoxynol 9 enthalten (z.B. Ceylor Gold). Verwenden Sie ein Kondom ohne spermizidhaltige Gleitcrème.
Manchmal kann auch das Silikon, welches in vielen Gleitmitteln enthalten ist, Probleme verursachen.
In jedem Fall ist es ratsam, die Unverträglichkeitsreaktion mit Ihrem Arzt, ihrer Ärztin abzuklären.