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Das Projekt Male Sex Work

Die männliche Prostitution


Obwohl die männliche Sexarbeit seit der Revision des Sexualstrafrechts 1992 legal ist, bleibt sie weiterhin ein grosses Tabu in unserer Gesellschaft.  Männliche Sexarbeiter bieten ihre Dienste an öffentlichen Treffpunkten, in Bars, Clubs oder Saunas an; sie inserieren in Zeitschriften und immer häufiger im Internet.

Männliche Sexarbeiter stellen keine einheitliche Zielgruppe dar. Sie unterscheiden sich in vielfacher Hinsicht: Alter, Herkunft, Motivation, berufliches Selbstverständnis, sexuelle Orientierung, Dauer der Berufsausübung. Entsprechend vielschichtig ist die Arbeit mit männlichen Sexarbeitern: Die gesundheitlichen Fragen umfassen HIV/Aids, andere sexuell übertragbare Infektionen, Alkohol-,  Medikamenten-, und Drogenkonsum.

Ausländische Sexarbeiter halten sich zum Teil illegal oder mit einem Touristenvisum in der Schweiz auf, sind oft nicht krankenversichert und geraten deshalb in Konflikt mit Fremdenpolizei und Behörden. Männliche Sexarbeiter sind der Gewalt von Freiern ausgesetzt, welche vereinbarte Honorare nicht bezahlen wollen, unsafen Sex oder andere ungewollte Sexualpraktiken verlangen. Andererseits können männliche Sexarbeiter Gewalt gegen andere Sexarbeiter aber auch Freier ausüben, z.B. durch Erpressung.

Die sexuelle Orientierung männlicher Sexarbeiter kann heterosexuell, bisexuell oder homosexuell sein; oft ist sie nicht gefestigt, was zu psychischen Problemen und schwierigen Situationen führen kann. Teilweise gibt es ein Überangebot an sexuellen Dienstleistern: Konkurrenz, Preisdruck und Anschaffungsstress können die Folge sein.

Die aufgeführten Probleme sind nicht zwingend bei allen männlichen Sexarbeitern anzutreffen. Viele arbeiten sehr professionell, ohne unter ihrem Beruf zu leiden.
  MSW-Szenen sind in grossen Schweizer Städten anzutreffen, wo jede ihre Eigenheiten bezüglich Grösse, Zusammensetzung und Stabilität hat.

Ziele


Förderung des präventiven Verhaltens in Bezug auf HIV/Aids sowie andere sexuell übertragbare Krankheiten.

Umsetzung/ Massnahmen


Die Prävention basiert auf drei Ansätzen:

  1. Die Verhaltensprävention auf individueller Ebene umfasst die Verbreitung von Informationen zu Safer Sex und Safer Use sowie das Verteilen von Kondomen und Gleitmittel. Die vom Projekt initiierten Angebote sind darauf ausgerichtet, die Selbst- und Berufsidentität der Sexarbeiter zu stärken, ihre Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit zu erweitern, damit sie aufnahmefähig und –bereit sind für die Prävention. Streetworker (Gassenarbeiter) nehmen Kontakt mit männlichen Sexarbeitern an Treffpunkten, via Internet oder Handy auf.
  2. Die Verhältnisprävention hat die Aufgabe, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass präventives Verhalten umgesetzt werden kann. Die männliche Prostitution soll auf gesellschaftlicher Ebene enttabuisiert und anderen Berufsgruppen gleichgestellt werden. Damit ist eine rechtliche und soziale Absicherung von männlichen Sexarbeitern möglich und der gesellschaftlichen Diskriminierung kann entgegen gewirkt werden.
  3. Die Freierarbeit zielt auf die Kunden von männlichen Sexarbeitern. 

Projekte


safeboy.ch
Diese Internetseite richtet sich an männliche Sexarbeiter und bietet Informationen für die Prävention in verschiedenen Sprachen. Sie weist weiter auf die lokalen Angebote der MSW-Projekte in den einzelnen Städten hin.