Männer die Sex mit Männern haben
Internet Beratung
Dr. Gay beantwortet alle Fragen rund um Homosexualität
Ein Präventionsprojekt der Aids-Hilfe Schweiz
MSM (Männer, welche Sex mit Männern haben) gehören seit Beginn der Aids-Epidemie zu den am stärksten betroffenen Gruppen in der Schweiz. Engagierte schwule Männer reagierten rasch mit Informations- und Präventions-Aktionen und gründeten Organisationen um HIV/ Aids den Kampf anzusagen, darunter auch die Aids-Hilfe Schweiz. In der Folge sanken die Ansteckungen durch homosexuellen Geschlechtsverkehr von rund 500 pro Jahr Anfans der 90er Jahre auf rund 150 pro Jahr um die Jahrtausendwende. Seit 2002 steigen die HIV-Diagnosen bei MSM wieder an, 2006 waren es 288. Diese Situation stellt eine besondere Herauforderung für die Prävention dar: MSM sind über HIV informiert; von sämtlichen Bevölkerungsgruppen schützen sie sich am konsequentesten. Infolge der hohen Prävalenz in dieser Zielgruppe genügt dies jedoch nicht, um ein weiteres Ansteigen von Neuinfektionen zu verhindern.
Trotz zunehmender Liberalisierung und Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Lebensweisen ist es für viele gleichgeschlechtlich empfindende Männer immer noch schwierig, ihre Sexualität offen zu leben. Das erschwert die HIV/Aids-Prävention in verschiedener Hinsicht:
- Versteckt lebende MSM sind nur schwer mit Präventionsbotschaften zu erreichen.
- Das Verdrängen der eigenen Homosexualität kann zu risikoreichem Sexualverhalten führen.
- MSM-spezifische Präventionsarbeit stösst bei der Allgemeinbevölkerung und PolitikerInnen teilweise auf wenig Akzeptanz oder gar offene Ablehnung.
Ziele
Die Ziele des Projekts MSM orientieren sich an den übergeordneten Zielsetzungen der Aids-Hilfe Schweiz: MSM kennen die Risiken im Bereich HIV/Aids und anderer sexuell übertragbarer Infektionen. Sie sind in der Lage, Schutzmassnahmen, insbesondere Safer Sex, umzusetzen. Sie haben Zugang zu MSM -spezifischer Information über HIV/Aids und Safer Sex und zu Präventionsmaterial. MSM sind solidarisch mit HIV-positiven Menschen.
Umsetzung/ Massnahmen
Nationale Ebene
Auf nationaler Ebene stellt das Projekt MSM Informationsmaterial bezüglich HIV/Aids, Schutzverhalten und HIV-Test in den drei Landessprachen her und sorgt für dessen Distribution in gedruckter und elektronischer Form (Internet).
Die Produktion und Distribution von Präventionsmaterial (Kondome mit Gleitmitteln in zielgruppenspezifischer Verpackung, sog. „Love-packs“) stellt Versorgung der Regionen mit Präventionsmaterial sicher.
Die Internetberatung
www.drgay.ch ist ein niederschwelliges Beratungsangebot, welches auch verdeckt lebende MSM erreicht. Fragen zu HIV/Aids, Homosexualität, Safer Sex und Gesundheit werden auf deutsch, französisch und italienisch von einem interdisziplinären Team beantwortet.
Mittels freiwilligem Beraten und Testen (engl: VCT für Voluntary Counceling and Testing) soll das Schutzverhalten verbessert und der Ausbruch von Aids dank rechtzeitigem HIV-Test und kompetenter Beratung verhindert werden.
Regionale Ebene
Outreachworker sind die schwulen Fachkräfte der regionalen Antennen. Sie suchen die Orte auf, wo sich MSM treffen und leisten dort Präventionsarbeit. Diese gestaltet sich je nach Region und Ort sehr unterschiedlich z.B. an Treffpunkten wie Parks, Raststätten oder in kommerziellen Betrieben wie Saunas oder Partys. Je nach Region sind Verhältnisprävention (Schaffen von Rahmenbedingungen für die HIV-Prävention) oder Beratung Teil ihrer Aufgabe. Für die Vernetzung und Weiterbildung der Outreachworker ist die Aids-Hilfe Schweiz zuständig.
Projekte
Information
Broschüren und Faltblätter zu den einzelnen Projekten (Denk dran; Bist du sicher etc.) können im online-Shop der Aids-Hilfe Schweiz bestellt werden. Auf www.bist-du-sicher.ch stehen weitere ausführliche Informationen zur Verfügung.
Internet-Beratung
Unter www.drgay.ch gibt ein interdisziplinäres Team Auskunft zu gesundheitsbezogenen Fragen von MSM . Zwei Fragen von allgemeinem Interesse werden in einer Kolumne der Schwulenzeitschrift „Cruiser“ monatlich veröffentlicht.
Testen und Beratung
(VCT)-Stellen (Beratungsstellen, die das freiwillige Testen fördern), welche sich an MSM richten, gibt es in Zürich, Genf und Bern. Weitere Stellen sind geplant.
Porträt-Serie im „Akut“
Eine Porträt-Serie von HIV-positiven Menschen leuchtet die Situation der Ansteckung aus und soll damit einen Beitrag zur Prävention leisten.




